Die US-Börsen starten verhalten in den Dienstag. Nach dem starken Jahresauftakt 2026 geht der Wall Street kurz die Luft aus. Kein Einbruch. Kein Stress. Sondern Umschichtung. Anleger sichern Gewinne, suchen neue Chancen – und werden außerhalb der USA fündig. Europa legt zu. Asien glänzt mit Rekorden. Rohstoffe ziehen an. Und über allem steht eine Frage.
Diese lautet: Wie schnell liefert die US-Notenbank die nächsten Zinssenkungen? Die Antwort darauf dürfte die Richtung für die kommenden Wochen vorgeben.
In den USA deuteten die Futures kurz vor Handelsauftakt auf einen ruhigen Start hin. Der S&P 500 dürfte nahezu unverändert eröffnen. Der Nasdaq 100 liegt leicht im Plus. Der Dow Jones gibt moderat nach. Nach dem Rekordhoch vom Montag ist das normal. Die Rally pausiert.
Rotation statt Risikoabbau
Auffällig ist der Blick über den Atlantik. Europas Aktien gewinnen rund 0,4 Prozent. Asien erlebt den besten Jahresstart seiner Geschichte. Auch die Schwellenländer markieren neue Höchststände. Anleger verteilen ihr Kapital breiter. Die Abhängigkeit von US-Tech nimmt ab.
Laut Citigroup wurden zuletzt Long-Positionen in US-Indizes reduziert. Gleichzeitig steigt das Engagement in Europa. Banken und der FTSE 100 liegen auf hohen Niveaus. In Asien rückt vor allem Südkorea in den Fokus.
Ob das alles ein Trend oder nur eine Momentaufnahme ist, bleibt abzuwarten. Es gibt – wie häufig in den vergangenen Jahren – Marktbeobachter, die eine Ablösung der US-Dominanz prognostizieren. Tatsächlich sind US-Aktien bislang aber im Endeffekt das Maß aller Dinge geblieben.
Daten für die Fed im Blick
Der Taktgeber bleibt die Geldpolitik. In dieser Woche stehen neue Daten zur US-Konjunktur und zum Arbeitsmarkt an. Sie sollen Hinweise liefern, wann und wie stark die Fed weiter lockert.
KI und Energie bleiben gefragt
Ganz abgeschrieben sind die üblichen Verdächtigen unterdessen aber nicht. Im Fokus stehen weiter KI-Aktien. Nvidia überzeugt mit Fortschritten beim neuen Rubin-Prozessor. AMD kündigt einen neuen Chip für Rechenzentren an. Intel präsentiert neue Notebook-Prozessoren – Teil des laufenden Comeback-Versuchs.
Zusätzlichen Rückenwind bekommt der Energiesektor. Nach der Festsetzung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wirbt US-Präsident Donald Trump offen um Investitionen amerikanischer Ölkonzerne. Chevron und Exxon Mobil profitieren. Der Energiesektor im S&P 500 verbuchte am Montag den stärksten Tagesgewinn seit Monaten.
06.01.2026, 15:39