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US‑Aktien: „Es gibt keinen Boden“ – Tech‑Schock an der Wall Street

US‑Aktien: „Es gibt keinen Boden“ – Tech‑Schock an der Wall Street
Foto: Corbis News/Getty Images
DJ Industrial Average -%
Lars Friedrich Heute, 15:44 Lars Friedrich

Das Zittern im Software-Sektor geht weiter. Anleger werfen teure KI-Storys aus dem Depot und parken Geld lieber bei Zyklikern. Zum US-Handelsstart heute sind die Futures gespalten: S&P 500 leicht im Plus, Nasdaq schwächer. Der neue Angstfaktor heißt Disruption. Auslöser der Verkaufswelle am Dienstag war ein frisches Automations-Tool von Anthropic – und der Markt hat das Thema noch nicht verdaut.

Konjunktursensible Titel sind zum US-Start gefragt. Futures auf den Russell 2000 steigen rund 0,4 Prozent. S&P-500-Futures liegen um 0,1 Prozent vorn. Nasdaq-100-Futures verlieren rund 0,4 Prozent. Die KI-Story ist gestern gekippt: Von „kauf alles“ geht es zu „nicht jeder kann gewinnen“. Das drückt auf Softwarewerte und alles, was nach „durch Automatisierung bedroht“ aussieht. Am Dienstag war Tech der schwächste S&P-500-Sektor und verlor mehr als zwei Prozent. Andererseits sieht es bislang lediglich nach Konsolidierung auf hohem Niveau bei den großen US-Indizes aus.

Infront Nasdaq 100 (WKN: A0AE1X)

Der Markt hat nach dem Tech-Rutsch noch keine klare Linie gefunden. Insofern wird die weitere Entwicklung heute spannend. Stephanie Niven, Portfoliomanagerin bei Ninety One, sieht einen Bruch im Vertrauen: „Ich glaube nicht, dass der Markt schon entschieden hat, ob diese Bewegung eher Angst oder Fundamentaldaten war. Klar ist nur: Es gab einen Vertrauensbruch – branchenweit.“

Auch Karen Kharmandarian, Senior Equity Investment Manager bei Mirova in Paris, sieht derzeit keine saubere Trennlinie zwischen Gewinnern und Verlierern. Ihrer Einschätzung nach wird quer durch die Branche abgeladen: „Es gibt eindeutig wahllosen Abverkauf über den gesamten Software-Cluster.“ Und: „Es gibt keinen Boden, die Abwärtsdynamik ist zu stark. Es wirkt ein bisschen wie Kapitulation.“ Das könne später selektiv Chancen eröffnen – aber erst, wenn sich die Lage stabilisiert.

Arbeitsmarkt-Daten enttäuschen

Auch die Makroseite liefert keinen Rückenwind. Laut ADP stieg die private Beschäftigung im Januar nur um 22.000 Stellen. Erwartet waren 45.000. Trotzdem bleiben US-Staatsanleihen erstaunlich ruhig.

Bei den Unternehmens-News stechen klare Gewinner heraus. Super Micro Computer springt vorbörslich zweistellig nach oben, gestützt von starken Quartalszahlen und einem angehobenen Umsatzausblick.

Für zusätzliche Schlagzeilen sorgt ein Deal in der Chipbranche: Texas Instruments will Silicon Laboratories für 7,5 Milliarden Dollar übernehmen. Silicon Laboratories schießt vorbörslich um rund 52 Prozent nach oben.

Nach Börsenschluss legt Alphabet Zahlen vor. DER AKTIONÄR bleibt dran.

Behandelte Werte

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Infront Nasdaq 100 - Pkt.
Infront S&P 500 - Pkt.
Silicon Labs NASDAQ: SLAB - €
Super Micro Computer Inc. - €
Texas Instruments - €

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