Der DAX hat am Montag die 25.000-Punkte-Marke auf Schlusskursbasis überwunden. Doch schon am heutigen Dienstag dürfte das Börsenbarometer unter die wichtige Kursmarke zurückfallen. Neben schwachen Vorgaben aus dem US-Techsektor belasten Kursverluste in Asien die Stimmung der Anleger. Obendrein hat der BDI die Wachstumsprognose für Deutschland gesenkt.
• DAX dürfte Zickzackkurs fortsetzen: Nach den Gewinnen am Montag zeichnet sich am Dienstag ein schwächerer Start ab.
• Schwache Vorgaben aus dem US-Techsektor und Asien belasten die Stimmung.
• Öl zeigt sich am Morgen wenig bewegt.
Der Broker IG taxiert den DAX am Morgen bei 24.948 Zählern und damit unterhalb der hart umkämpften 25.000-Punkte-Marke. Zum Handelsstart dürfte der DAX demnach ein Minus von 0,75 Prozent verzeichnen.
Für Abgabedruck sorgt die Abkühlung der KI-Rally. Zum Wochenauftakt sorgten neue KI-Sorgen bei Alphabet für ein Minus von fünf Prozent. Zeitweise verlor das Papier des Google-Konzerns sogar sieben Prozent – der stärkste Rückgang seit einem Jahr. In Asien setzten sich die Gewinnmitnahmen fort: Hier zählen am Dienstag die Papiere von SK Hynix und Samsung mit einem Minus von sechseinhalb beziehungsweise rund fünf Prozent zu den großen Verlierern. Dementsprechend sackt auch der KOSPI ab: Der südkoreanische Leitindex verliert nach seinem zuletzt extrem starken Lauf rund fünf Prozent.
Hierzulande könnte der Stimmungsumschwung die Aktie von Infineon belasten. Das Papier des Chipkonzerns wurde zum Wochenstart noch von einem Patentsieg sowie einer Kurszielanhebung beflügelt und beendete den Handelstag mit einem Plus von 4,8 Prozent an der DAX-Spitze.
Heute steht mit den Quartalszahlen des Börsenfrischlings Cerebras der nächste Lackmustest für die Vitalität der KI-Rally an. Wie DER AKTIONÄR berichtete, will der Markt im Vorfeld einen Quartalsumsatz von 181 Millionen Dollar, nach 68 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum sehen. Zur Wochenmitte folgt dann noch nach US-Börsenschluss Chip-Highflyer Micron, dessen Aktie gestern ein frisches Rekordhoch markierte.
Neben der nachlassenden KI-Euphorie kommen auch aus der Realwirtschaft schlechte Nachrichten. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat am Morgen die Wachstumsprognose für Deutschland zusammengestrichen. War der Verband Anfang Januar noch von einem Wachstum um ein Prozent für 2026 ausgegangen, sind es nun nur noch 0,4 Prozent. Grund für die Prognosekürzung sind unter anderem die Folgen des Iran-Kriegs.
Hoffnung setzt der Industrieverband nun auf die Bundesregierung. Ein entschlossenes Vorgehen könnte die Stimmung drehen: „Gleichwohl kann es mit einem beherzten Reformpaket der Koalition auch noch Impulse für die Stimmung im Lande geben“, sagte Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner.
Ein Auge dürften Anleger überdies auf die Gewinner und Verlierer des Vortages im DAX werfen. Neben Infineon stand auch DAX-Aufsteiger Hochtief mit einem Plus von 3,1 Prozent im Fokus. Beim Online-Händler Zalando dürfte sich zeigen, ob sich die Vortagsrally nach einem Aktienkauf des Großaktionärs und Aufsichtsratsmitglieds Anders Holch Povlsen fortsetzen kann. Unter den Verlierern den Vortages finden sich derweil die Papiere von Scout24 sowie SAP aber auch Rheinmetall wieder.
Im MDAX stand hingegen der Absteiger Porsche SE unter Druck. Anleger dürften die heutige Hauptversammlung der Kernbeteiligung Porsche AG, an der die Porsche SE 25 Prozent plus eine Aktie der Stammaktien hält, aufmerksam verfolgen. Ein erheblicher Teil der Dividende – der Dividendenvorschlag beträgt 1,01 Euro, der Ex-Dividenden-Tag ist der 24. Juni, die Auszahlung erfolgt am 26. Juni – fließt an die Porsche SE.
Derweil stagnieren die Ölpreise: Marktteilnehmer warten weiterhin auf mehr Klarheit über eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus. Am Vorabend hatte JD Vance „sehr gute Fortschritte“ bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran signalisiert. WTI notierte am Morgen bei 73,68 Dollar und damit 0,18 Dollar schwächer als am Vortag. Ein Barrel Brent verbilligte sich um 0,26 Dollar auf 77,26 Dollar.
Schwach Vorgaben kommen zudem vom US-Techsektor. Der S&P 500 verlor zum Wochenstart rund 0,4 Prozent. Für den Nasdaq 100 ging es um 0,2 Prozent abwärts. Hier belasteten die hohen Verluste bei Alphabet. SpaceX sackte zwar ebenfalls zweistellig ab, noch ist die Aktie des Weltraumunternehmens von Elon Musk allerdings in keinem der beiden Indizes vertreten. Die Aufnahme in den Nasdaq 100 dürfte voraussichtlich zum 7. Juli 2026 erfolgen. Heute nach US-Börsenschluss stehen zudem die Quartalszahlen von FedEx an.
Abwärts geht es am Dienstagmorgen zudem für den Goldpreis: Die Feinunze kostet mit 4.143,47 Dollar rund 1,2 Prozent weniger als am Vortag. Silber verbilligt sich um 3,1 Prozent auf 63,07 Dollar. Der Bitcoin notiert bei 63.920,14 Dollar und damit auf 24-Stunden-Sicht nahezu unverändert.
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FAQs
Seit wann gibt es den DAX?
Der Deutsche Aktienindex (DAX) wurde am 1. Juli 1988 eingeführt.
Was misst der DAX?
Der DAX misst die Wertentwicklung der größten und liquidesten Unternehmen, die an der Frankfurter Börse gelistet sind. Als sogenannter Performance-Index berücksichtigt er nicht nur die Kursentwicklung der Aktien, sondern auch die Dividenden, die an die Aktionäre ausgeschüttet werden.
Wie viele Unternehmen sind im DAX gelistet?
Im DAX sind 40 Unternehmen gelistet Diese Anzahl wurde im September 2021 von ursprünglich 30 auf 40 erhöht, um die deutsche Wirtschaft besser abzubilden.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG.
Heute, 06:25