Die KI-Rallye steht vor dem nächsten Stimmungstest. Während Anleger bei Alphabet am Montag erst einmal Luft ablassen, geht es für die Micron-Aktie erneut kräftig nach oben. Doch ebenso wie der KI-Chip-Designer Cerebras Systems muss auch der US-Speicherchipriese in den kommenden Tagen seine Quartalszahlen vorlegen. Die Erwartungen im Vorfeld sind entsprechend hoch.
• Während Alphabet fällt, zieht Micron stark an.
• Micron und Cerebras legen bald Quartalszahlen vor.
• Der Megatrend Folger bleibt für Micron im Vorfeld zuversichtlich.
Wie DER AKTIONÄR berichtete, schicken Anleger die Alphabet-Aktie wegen neuer KI-Sorgen zum Wochenbeginn auf Talfahrt. Zeitweise büßt das Papier rund sieben Prozent ein. Damit steuert das Papier auf den größten Tagesverlust seit rund einem Jahr zu.
Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich derweil bei Micron Technology. Die Aktie setzt ihre Rally fort, klettert um rund fünf Prozent. Anleger setzen offenbar darauf, dass der Speicherchip-Spezialist vom anhaltenden KI-Boom profitiert, der die Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM) – einem der essenziellen Bausteine für moderne KI-Rechenzentren – weiter antreibt.
Doch der eigentliche Härtetest steht erst unmittelbar bevor. Am 24. Juni legt Micron nachbörslich seine Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Und hier wird sich zeigen, ob die hohen Erwartungen des Marktes tatsächlich erfüllt werden können.
Hohe Erwartungen
Im Vorfeld rechnen die Analysten mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 20,57 Dollar. Das Management selbst hatte im März jedoch nur 18,75 bis 19,55 Dollar in Aussicht gestellt. Gegenüber dem Vorjahr als Micron einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,91 Dollar verzeichnete, erwartet der Markt demnach einen Sprung um 976 Prozent.
Beim Umsatz liegt die Konsensschätzung indes bei 35 Milliarden Dollar. Rund 1,5 Milliarden Dollar über der Konzerneigenen Prognose oder 276 Prozent über dem Vorjahreswert von 9,3 Milliarden Dollar.
Auch Cerebras
Doch nicht nur Micron legt als Nachzügler noch Quartalszahlen vor: Auch der Börsenneuling Cerebras wird bereits morgen Abend nach US-Börsenschluss berichten. Analysten erwarten im Vorfeld einen Quartalsumsatz von rund 181 Millionen US-Dollar, nach 68 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich dürfte zudem ein Verlust je Aktie von etwa 0,17 US-Dollar ausgewiesen werden.
Im Vorfeld der Zahlenvorlage hat die Micron-Aktie deutlich zugelegt. Der Konzern muss die Erwartungen daher klar übertreffen und auch beim Ausblick spürbar besser als erwartet abschneiden, um die Chance auf eine Fortsetzung der Rally zu wahren. Kurz vor den Zahlen noch einzusteigen, ist jedoch zu riskant. Mit welchen langfristig laufenden Optionsscheinen Anleger die Aufwärtsbewegung jedoch entspannt hebeln können, erfahren Sie im Börsenbrief Megatrend Folger.
Was macht Micron?
Micron ist ein US-Halbleiterkonzern und vor allem auf Speicherchips spezialisiert. Dazu zählen unter anderem DRAM- und NAND-Speicher, die in Rechenzentren, Smartphones, PCs und zunehmend in KI-Anwendungen eingesetzt werden.
Warum gilt Micron als großer Profiteur des KI-Booms?
KI-Rechenzentren benötigen große Mengen leistungsfähiger Speicherchips. Genau hier profitiert Micron von der stark steigenden Nachfrage, während das Angebot in vielen Bereichen knapp bleibt.
Warum ist die Micron-Aktie so volatil?
Das Geschäft mit Speicherchips gilt als zyklisch. Preise und Nachfrage können stark schwanken, weshalb auch die Aktie oft deutlich auf Branchennews, Analystenkommentare und Quartalszahlen reagiert.
Heute, 21:10