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07.06.2020 Dr. Dennis Riedl

Europas Value-Aktien: Französischer Autobauer vor BMW, VW und Daimler

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Peugeot

Seit Jahren fragt man sich als Anleger, wann Aktien mit chronisch niedrigen KGVs, KCVs und KBVs den Markt mal wieder outperformen. Jüngst haben diese „Value-Aktien“ den „Wachstums-Aktien“ tatsächlich begonnen, den Rang abgelaufen. Bleibt das so – und wenn ja, welche Aktien weisen aktuell die günstigsten Kennzahlen auf? Ein Streifzug durch Europas Börsen.

Das Value/Growth-Puzzle

Wachstumsstarke Unternehmen haben im vergangenen Jahrzehnt massiv von der Niedrigzinspolitik profitiert: Niedrigere Zinsen bedeuten höhere abgezinste Cashflows künftiger Gewinne – und das steigert den Unternehmenswert nach dem Discounted Cashflow-Ansatz der Fundamentalanalyse. Doch so wie jeder Trend einmal endet, wird auch ein Comeback der Aktien mit niedrigen Bewertungsmultiplen kommen. Die entscheidende Frage lautet nur, wann? Ein Indiz dafür, dass tatsächlich gerade jetzt eine gute Phase für Value Stocks begonnen hat, lieferte das kürzlich generierte Value/Growth-Peak gemäß RSI-Indikator (Link: Ab Min. 3:00). Im nächsten Schritt stellt sich die Frage, welche Value-Aktien der Markt denn aktuell hergibt?

Die Top 15 aus Europa

Als ersten Schritt kann man sich hier eine Aktien-Vorauswahl anhand diverser Kennzahlen ausgeben lassen – und diese dann nach Bedarf händisch in näherem Detail untersuchen. Hier ziehe ich exemplarisch die Kriterien KGV, KBV, KCV, EV/EBITDA und EV/Umsatz heran. Aus ihnen wird ein gewichtetes Value-Ranking gebildet. Den besten Rang bekommt also eine Aktie, die im Durchschnitt aller betrachteten Kennzahlen die günstigsten Werte aufweist. Für den Stoxx600 ergibt sich die folgende Liste:

Schwerpunkte: Autobauer, Banken, Versicherer, Energieversorger

Ganz oben „thront“ nach dieser Auswahl der französische Autobauer Peugeot. Hierzulande bestaunen wir ja seit Langem die große Bewertungslücke der heimischen Autobauer im Vergleich zur amerikanischen Tesla. In Relation zum französischen Traditionsbetrieb wirken einige deutsche Hersteller allerdings geradezu teuer. Ansonsten lässt sich grob zusammenfassen: Es tummeln sich wenige Branchen unter den nach obiger Definition gefundenen Value-Titeln: Autobauer, Banken, Versicherer, Telekom-Unternehmen und einige Versorger. Viele dieser Aktien sind in den letzten zwei Wochen bereits stark angesprungen – und dennoch weiterhin günstig im Sinne der aktuellen Zahlen.

Betrachten Sie die Liste als Grundlage für die eigene, vertiefte Analyse. Als weitere Information sollten insbesondere die jeweiligen Zukunftsaussichten betrachtet werden (wird das betrachtete Unternehmen Umsatzniveau und Profitabilität in Zukunft verteidigen oder gar ausweiten können?). Nur beständig günstige Bewertungsmultiplen bieten nämlich einen soliden Schutz gegen die für fundamental orientierte Anleger ständig lauernde Gefahr der „Value Traps“.

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Feierabend. Bei Uber einen selbstfahrenden Tesla bestellt, der mich fünf Minuten später am Büro abholt und nach Hause bringt. Danach verschwindet das Elektroauto lautlos in der Nacht. Klingt nach Zukunft. Ist es auch. Aber sehr nahe Zukunft. Was bedeutet die Kombination aus autonomem Fahren, Elektromobilität und Sharing Economy für Taxifahrer, Lkw-Fahrer, Arbeiter bei VW und BMW oder Betreiber von Parkhäusern? Wie sehen die Städte der Zukunft aus und welche Herausforderungen bringen sie mit sich? Silicon-Valley-Insider Dr. Mario Herger über eine der größten Umwälzungen seit der Dampfmaschine.

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