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Zwerg Tesla: Mit Stellantis entsteht neben Volkswagen und Toyota ein neuer Gigant

Zwerg Tesla: Mit Stellantis entsteht neben Volkswagen und Toyota ein neuer Gigant
Foto: Shutterstock
17.01.2021, 15:45 ‧ Leon Müller
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Die Autobranche hat einen großen Spieler mehr: Der transatlantische Konzern Stellantis führt 14 Automarken aus Europa und den USA wie Opel, Peugeot, Citroën, Jeep, Maserati oder Alfa Romeo. Der französische Peugeot-Hersteller PSA und Fiat Chrysler (FCA) bestätigten am Samstag, dass sie ihre Megafusion zum weltweit viertgrößten Autokonzern nach langer Vorbereitung abgeschlossen haben.Gegen den neuen Giganten, der in einer Liga mit VW und Toyota spielt, wirkt der Elektroautobauer Tesla wie ein Zwerg.

Die Aktie von Stellantis wird vom Montag an in Mailand und Paris gehandelt. Der neue Chef des Verbunds, Carlos Tavares von PSA, will sich am Dienstag vor den Medien äußern. Ab diesem Tag soll die Aktie dann auch in New York notiert werden. Hier sind die Börsen wegen eines Feiertags am Montag geschlossen.

Stellantis macht in der internationalen Topliga VW oder Toyota Konkurrenz. Beschäftigt werden rund 400.000 Menschen. Vor der Corona-Krise setzten FCA und PSA zusammen mehr als acht Millionen Fahrzeuge ab und erzielten einen Jahresumsatz von knapp 170 Milliarden Euro. Nur noch Volkswagen , Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund waren 2019 größer. Die Fusion wurde lange vorbereitet - die erste Ankündigung hatte es im Oktober 2019 gegeben. Die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen bescherten der Autobranche im vergangenen Jahr einen dramatischen Absatzeinbruch.

Experten rechnen damit, dass ein größerer Umbau des neuen Verbunds ansteht. Tavares hatte bisher versichert, dass keine Werke geschlossen werden sollen. Die Heimatländer von Peugeot und Fiat, Frankreich und Italien, kündigten an, sehr genau auf die Beschäftigung bei Stellantis zu achten. Italiens Vize-Wirtschafts- und Finanzminister Antonio Misiani hatte der Zeitung La Repubblica gesagt, "eine mögliche Präsenz des italienischen Staates im Aktienkapital der neuen Gruppe" dürfe nicht tabu sein. Der französische Staat ist über eine Beteiligungsgesellschaft bereits zu gut sechs Prozent im Boot.

Tavares hatte Opel in den vergangenen Jahren mit harter Hand saniert, dabei blieben viele Jobs auf der Strecke. Opel bleibt die einzige deutsche Marke im neuen Konzern.

Verwaltungsratsvorsitzender von Stellantis ist John Elkann (44), Enkel des legendären Fiat-Patriarchen Giovanni "Gianni" Agnelli (1921-2003). Die Familie Agnelli wird laut der Zeitung Le Parisien mit rund 14,4 Prozent im neuen Konzern vertreten sein. Ein weiteres größeres Aktienpaket wird von der Familie Peugeot gehalten.

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte der Deutschen Presse-Agentur, eine Stärke des neuen Konzerns seien hohe Stückzahlen und Marktanteile in Europa und Nordamerika. "Das bietet Kosten- und Wettbewerbsvorteile." Stellantis sei hingegen auf dem Zukunftsmarkt Asien schwach aufgestellt. "Sie verpassen also das zukünftige Autogeschäft", lautete seine Einschätzung. Zudem gebe es Schwächen bei Elektrofahrzeugen.

Gemessen an der Zahl produzierter und verkaufter Fahrzeuge ist Stellantis ohne Zweifel ein Gigant, der es mit Volkswagen, Toyota und Renault-Nissan aufnehmen kann. An der Börse indes ist ein vergleichsweise kleiner Elektroautohersteller aus Kalifornien um etliches größer: Tesla bringt rund 660 Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Volkswagen kommt auf etwa 80 Milliarden. Toyota ist immerhin 200 Milliarden Euro schwer. PSA und Fiat-Chrysler waren zusammengenommen am Freitag etwa 50 Milliarden Euro wert. Kurzum: Tesla ist mehr wert als alle drei großen Automobilkonzerne in Summe.

Mit Material von dpa-AFX

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