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21.03.2020 Dr. Dennis Riedl

DAX-Wochenausblick: 5. rote Woche in Folge – besteht nun Hoffnung?

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DAX

Die deutschen Aktienmärkte kommen aus dem trotz einiger Aufbäumversuche aus dem Abwärtsstrudel nicht heraus: Die fünfte Verlustwoche hintereinander verdeutlicht auch, wie tief die Furcht der Anleger vor dem bevorstehenden Wirtschaftseinbruch mittlerweile sitzt. Ob und was eine Entwicklung wie gegenwärtig für die nächsten Wochen zu bedeuten hat, ist Thema dieses Artikels.

Historisch langer Ausverkauf hält an

Seit dem 14. Februar ging es auf Wochensicht mit dem deutschen Leitindex Etage um Etage tiefer. Dabei ist der DAX nicht nur deutlich unter seine 200-Tage-Linie (12.513 Punkte!) gerutscht und befindet sich nach allen Regeln der technischen Analyse nun in einem Bärenmarkt. Macht die aktuelle Bodenbildung dennoch Grund zur Hoffnung? Die folgende Tabelle listet auf, wie sich der DAX bisher typischerweise geschlagen hat, nachdem er fünf Wochen in Folge Verluste verzeichnet hat (1. Zeile: Performance nach 1 Woche, 2. Zeile: Performance nach 2 Wochen, etc.):

Immerhin bereits 33 mal ist eine solche Entwicklung bereits aufgetreten. Und das Bild danach ist dann der Prototyp für „Uneinheitlichkeit“. Weder auf der Short- noch auf der Longseite ergeben sich besondere Vorteile.

Besondere Situation: Starker Abverkauf

Speziell an der aktuellen Entwicklung ist die Stärke, mit der es die Weltbörsen nach unten gedrückt hat. Beispielsweise hat der DAX in jeder der letzten fünf Wochen mehr als ein Prozent an Wert verloren. Diese verschärften Bedingungen hat der DAX historisch erst fünf Mal erlebt (1987, 1990, 1998 und zwei Mal in 2002). Erst noch weiter nach unten:

Fünf Fälle sind etwas wenig, um daraus empirische Schlüsse zu ziehen. Was diese fünf Fälle bislang gezeigt haben, ist allerdings wenig erbaulich.

Die obigen Befunde geben eine Warnung davor, zu früh wieder in den Markt einzusteigen. Natürlich kann es dieses Mal anders kommen, und das wäre wohl nicht nur für die Börsen gut. Aus Sicht eines quantitativen Anlegers bleibt das Chance/Risiko-Verhältnis jedoch durchwachsen.

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