Bitcoin hat sich in den vergangenen Wochen stark zurückgemeldet. Die Kryptowährung kletterte zeitweise bis auf rund 79.000 Dollar und liegt damit auf dem höchsten Niveau seit dem Rücksetzer im Februar. Doch ausgerechnet einer der wichtigsten Treiber tritt nun auf die Bremse.
Die Investmentfirma Strategy rund um Bitcoin-Bulle Michael Saylor hat ihre Käufe zuletzt deutlich reduziert. In der vergangenen Woche erwarb das Unternehmen Bitcoin im Wert von rund 255 Millionen Dollar. In den beiden Wochen zuvor waren es noch mehr als 3,5 Milliarden Dollar.
Damit verlangsamt sich das Tempo sehr spürbar.
Strategy gilt als einer der wichtigsten Nachfragefaktoren im aktuellen Marktumfeld. Allein im April hat das Unternehmen Bitcoin im Wert von rund 4,1 Milliarden Dollar gekauft. Insgesamt hält Strategy inzwischen Kryptowährungen im Wert von rund 61 Milliarden Dollar.
Die Käufe wurden zuletzt vor allem über spezielle Vorzugsaktien finanziert. Dieses Instrument bringt jedoch ein Problem mit sich: Sinkt der Kurs unter den Ausgabepreis, wird die Finanzierung teurer – und die Kaufkraft lässt nach. Das scheint aktuell zu passieren.
Ein Großteil der jüngsten Rally könnte damit stärker von einzelnen Käufern getrieben gewesen sein, als vielen Anlegern bewusst ist.
Gleichzeitig bleibt das Umfeld unsicher. Steigende Ölpreise und makroökonomische Risiken bremsen die Risikobereitschaft. Viele Investoren warten ab, ob Bitcoin den Sprung über die Marke von 80.000 Dollar nachhaltig schafft.
Unter dem Strich bleibt die Lage damit fragil. Die Rally nach der deutlichen Korrektur ist intakt, steht aber auf wackligeren Beinen als zuletzt. Heute fiel der Bitcoin gegen Abend wieder unter 77.000 Dollar. Das Allzeithoch um 125.000 Dollar, das noch im vergangenen Oktober erreicht wurde, ist also weiterhin ziemlich fern. Das liegt, wie berichtet (siehe weiterführende Beiträge), auch in der Kombination aus geopolitischen Risiken im Iran und einer drohenden Zinswende in Japan. Wenn die Unsicherheit über die globalen Warenströme und die künftige Zinspolitik anhält, dürfte ein echter, nachhaltiger Ausbruch schwierig bleiben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 22:30