Der Hype um Bitcoin-Treasury-Unternehmen fordert sein erstes prominentes Opfer. Die in London notierte Satsuma Technology steht vor dem Scherbenhaufen einer gescheiterten Strategie. Der Großinvestor Pantera Capital drängt das Unternehmen nun dazu, seine restlichen Bitcoin-Bestände im Wert von 50 Millionen Dollar komplett zu veräußern und das Kapital an die Aktionäre auszuschütten.
Die Zahlen sind verheerend. Seit dem Höchststand im Juni 2025 ist die Aktie von Satsuma um mehr als 99 Prozent eingebrochen. Aktuell notiert das Papier bei lediglich 24 Pence. Der Grund: Das Vertrauen der Anleger in das sogenannte Digital-Asset-Treasury-Modell ist vollständig verpufft. Während Branchengrößen wie Strategy unter Michael Saylor mit über 815.000 Bitcoin den Markt dominieren, kämpfen kleinere Akteure wie Satsuma ums Überleben. Der Marktwert des Unternehmens liegt mittlerweile sogar deutlich unter dem Wert der gehaltenen Kryptowährungen.
Investoren verlieren die Geduld
Pantera Capital hält rund sieben Prozent an Satsuma und gilt als einer der einflussreichsten Krypto-Risikokapitalgeber. Die Geduld der Investmentfirma ist am Ende. Bereits im Dezember verkaufte Satsuma fast die Hälfte seiner Bitcoin-Bestände, um Gläubiger zu bedienen. Dieser Schritt löste internen Streit aus. In der Folge mussten sowohl der CEO Henry Elder als auch der CFO Andrew Smith ihre Posten räumen. Auch andere Firmen im Umfeld der Trump-Regierung spüren den Gegenwind. So kündigte Alt5 Sigma kürzlich eine Umbenennung in AI Financial Corp an, nachdem der Wert ihrer WLFI-Token um fast 70 Prozent eingebrochen war.
Das Ende einer riskanten Wette
Noch im August des vergangenen Jahres sammelte Satsuma 221 Millionen Dollar ein, um eine „KI-gestützte“ Bitcoin-Strategie zu verfolgen. Doch das Timing war denkbar schlecht. Kurz nachdem Bitcoin im Oktober sein Allzeithoch bei über 126.000 Dollar erreichte, setzte eine monatelange Korrektur ein, die den Preis um fast 40 Prozent drückte. Entsprechend reagieren nun die Märkte: Die saftigen Aufschläge, die Anleger bereit waren, für Bitcoin-Halter auf den Aktienpreis zu zahlen, sind verschwunden. Satsuma hält derzeit noch 646 Bitcoin, doch der Druck, diese letzte Reserve aufzulösen, wächst täglich.
Der Fall Satsuma markiert das Ende einer Ära, in der jedes Unternehmen mit einer Bitcoin-Bilanz automatisch als Kursrakete galt. Die Strategie, sich als reine Krypto-Schatzkammer zu positionieren, funktioniert für die meisten eben nur im Bullenmarkt.
Heute, 14:38