Betriebssystem der Weltwirtschaft mit historischem Extrem

Betriebssystem der Weltwirtschaft mit historischem Extrem
Foto: sBim/iStock_Andy.LIU/shutterstock
Tim Temp 19.09.2026, 08:22 ‧ Tim Temp
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Der US-Dollar ist das Betriebssystem der Weltwirtschaft: Er bestimmt, wie Rohstoffe bezahlt, Kredite vergeben und Risiken abgesichert werden. Seine globale Bedeutung zeigt sich besonders am Dollar-Yen-Kurs. Der Wechselkurs bewegt sich nahe historischer Extremwerte. Anleger sollten deshalb auch auf die Währung schauen.

Der US-Dollar ist weit mehr als das Zahlungsmittel der größten Volkswirtschaft der Welt. Er ist Reservewährung, globale Handelswährung und zentrale Finanzierungswährung. Im vierten Quartal 2025 entfielen rund 56,8 Prozent der offiziellen weltweiten Devisenreserven auf den Dollar. Am Devisenmarkt stand er im April 2025 sogar auf einer Seite von 89,2 Prozent aller Geschäfte. Das tägliche Handelsvolumen des globalen Devisenmarktes lag damals bei rund 9,6 Billionen Dollar. Weil Rohstoffe, internationale Kredite und viele Handelsverträge in Dollar abgerechnet werden, bleibt die Nachfrage auch außerhalb der USA hoch.

USD/JPY Wochenchart seit 1988
USD/JPY Wochenchart seit 1988

Wie stark die Kräfteverhältnisse zugunsten des Dollars verschoben sind, zeigt das Währungspaar US-Dollar/Japanischer Yen. Im Juli 2026 kletterte das Paar bis auf 163,95 Yen je Dollar. Damit lag es über dem Niveau von 161,96 Yen, das im Juli 2024 ein 38-Jahres-Tief des Yen markiert hatte. Der Wechselkurs erreichte damit einen Bereich, wie er seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet worden war.

Ursache sind vor allem die großen Zins- und Renditeunterschiede zwischen den USA und Japan. Höhere US-Renditen machen Dollar-Anlagen attraktiver, während der Yen lange als günstige Finanzierungswährung diente. Investoren leihen sich Yen und investieren in höher verzinste Dollar-Anlagen – ein sogenannter Carry Trade. Dreht die Stimmung, kann die Rückabwicklung solcher Positionen starke Bewegungen auslösen. 2024 setzte die Auflösung von Carry Trades globale Aktien- und Anleihemärkte zeitweise massiv unter Druck.

Für US-Aktien ist ein starker Dollar ambivalent. Er schmälert bei global tätigen Konzernen den Wert ausländischer Umsätze nach der Umrechnung und kann Gewinne belasten. Zugleich kann er Vertrauen in US-Anlagen oder die Flucht in liquide Märkte signalisieren. Entscheidend ist daher der Auslöser: Ein Dollar-Anstieg aus Wachstum und stabilen Renditen kann Aktien stützen, einer aus Krisenangst dagegen die Volatilität erhöhen.

Der Dollar bleibt das Fundament der globalen Finanzmärkte. Der außergewöhnlich hohe USD/JPY-Kurs zeigt, wie eng Zinsen, Kapitalströme und Aktienmärkte verbunden sind. US-Aktien können von einer starken Dynamik am Währungsmarkt ebenfalls betroffen sein. Wer immer die neusten Entwicklungen eingeordnet und die trendstärksten US-Aktien in jedem Marktumfeld ins Postfach geliefert haben möchte, findet bei TSI USA alles aus einer Hand. Wer sich bis zum 23. September ein Abo sichert, erhält am 24. September zusätzlich einen Aktien-Report im Wert von 49,99 Euro gratis. Hier finden Sie weitere Details. 

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