+++ Diese Aktien legen in der Krise zu +++

Iran‑Krieg eskaliert: DAX erneut schwach

Iran‑Krieg eskaliert: DAX erneut schwach
Foto: Immersion Imagery/Shutterstock
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Michael Herrmann 06.03.2026, 17:50 Michael Herrmann

Die zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben den Aktienmärkten auch zum Wochenschluss zugesetzt. Inflations- und Konjunktursorgen blieben der dominierende Faktor an den Börsen, nachdem sich der Konflikt rund um den Iran weiter zuspitzte und die Energiepreise deutlich anzogen.

Der DAX hat sich am Freitag mit einem Tagesminus von 0,9 Prozent bei 23.591,03 Punkten ins Wochenende verabschiedet. Der MDAX hielt sich mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 29.482,78 Punkte deutlich besser. Für die gesamte Woche stand beim DAX ein Kursverlust von 6,7 Prozent zu Buche. Das bedeute die schwächste DAX-Woche seit dem US-Zollhammer im April.

DAX (WKN: 846900)

Belastend wirkten neben der angespannten Situation im Nahen Osten neue Signale aus der US-Wirtschaft. Der jüngste Arbeitsmarktbericht ließ Zweifel an der konjunkturellen Verfassung der größten Volkswirtschaft der Welt aufkommen. Zwar erschwerten Sondereffekte wie Streiks die Interpretation der Daten, insgesamt fielen sie jedoch eher enttäuschend aus.

Im Fokus stehen insbesondere steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Hier verschärften sich die Sorgen am Freitag. US-Präsident Donald Trump forderte am Nachmittag eine „bedingungslose Kapitulation“ Teherans. Gleichzeitig versucht die iranische Führung nach Einschätzung von Beobachtern, den Konflikt regional auszuweiten und nimmt zunehmend auch Energieinfrastruktur der Golfstaaten ins Visier.

Besonders kritisch ist die Situation in der Straße von Hormus, einem zentralen Nadelöhr des globalen Öl- und Gashandels. Die Sorge vor länger anhaltenden Lieferstörungen ließ die Ölpreise kräftig steigen. Brent verteuerte sich im Wochenverlauf um rund ein Viertel auf zuletzt knapp 91 US-Dollar je Barrel.

Sollten wichtige Transportwege länger blockiert bleiben, könnte im Extremfall ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasproduktion nicht mehr auf den Weltmarkt gelangen. In diesem Fall halten Experten Ölpreise von 100 US-Dollar je Barrel für möglich.

Für Aufsehen sorgte am Freitag unter anderem ein deutscher Pennystock. Nach einer kräftigen Kurserholung hoffen Anleger bei The Fashion Group zunehmend auf eine nachhaltige Trendwende bei dem lange schwachen Titel. Das Resultat: 56 Prozent Kursplus in drei Tagen.

Am DAX-Ende landete am Freitag Infineon. Die Aktie geriet unter Druck, nachdem die UBS ihre Kaufempfehlung gestrichen hat. Nach der starken Rally der vergangenen Wochen, die den Kurs zeitweise erstmals seit rund 25 Jahren über 48 Euro geführt hatte, setzten nun Gewinnmitnahmen ein.

Infineon (WKN: 623100)

Weiter im Fokus bleibt Redcare Pharmacy nach einer turbulenten Woche. Die Aktie war nach den jüngsten Zahlen und einem vorsichtigeren Ausblick massiv unter Druck geraten. Vor allem das gedrosselte Wachstum und ein gesenktes mittelfristiges Margenziel hatten Anleger verschreckt und zeitweise einen zweistelligen Kursrückgang ausgelöst. Am Freitag gab die Aktie noch einmal rund fünf Prozent ab.

Gefragt waren dagegen Siemens Energy. Neue optimistische Analystenkommentare und ein angehobenes Kursziel sorgten für Rückenwind. Marktbeobachter verweisen weiterhin auf die starken Wachstumsperspektiven im Energietechnik- und Netzgeschäft sowie auf die hohe Nachfrage nach Lösungen für die Energiewende.

Schwach präsentierte sich auch Lanxess. Der Spezialchemiekonzern musste einen weiteren Rückschlag verkraften, nachdem neue negative Einschätzungen beziehungsweise Sorgen über die Geschäftsentwicklung den Kurs belasteten. Die Aktie rauschte am Freitag letztlich 13, Prozent in den Keller und war damit das klare Schlusslicht im MDAX.

Lanxess (WKN: 547040)

Bei Lufthansa standen derweil die Geschäftszahlen im Fokus. Der Konzern stellte eine höhere Dividende in Aussicht und zeigte sich trotz der geopolitischen Unsicherheiten – etwa durch den Iran-Krieg – zuversichtlich für die weitere Entwicklung. Anleger reagierten dennoch zurückhaltend. Die Aktie verlor zum Wochenschluss rund ein Prozent.

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