Solide Geschäftszahlen, eine steigende Dividende und ein optimistischer Ausblick haben der Aktie von Sixt deutlich Auftrieb gegeben. Zuvor waren die Papiere des Autovermieters noch auf den tiefsten Stand seit September 2024 gefallen. Nun melden sich die Analysten zu Wort. Der Tenor ist dabei eindeutig.
Sixt – das ist mehr als nur Autovermietung. Der Familienkonzern mit Kultstatus gilt als deutscher Mobilitäts-Pionier und prägt mit seinem Innovationsgeist seit Jahrzehnten den Wandel der Branche –mit Blick auf die Werbung stets einem Augenzwinkern. Dabei sind solide Bilanzkennzahlen sowie eine konservative Finanzierung in Kombination mit einem skalierbaren, flexiblen und diversifizierten Geschäftsmodell zentrale Erfolgsfaktoren für die Zukunft des Pullacher Konzerns.
DER AKTIONÄR hat bereits über Zahlen und Ausblick berichtet. Nun geht es mit den Analystenstimmen weiter: Constantin Hesse von Jefferies verwies unmittelbar nach Vorlage der Daten darauf, dass die Erwartungen für 2026 bereits gedämpft seien und die Aktie nach der schwachen Kursentwicklung der vergangenen Monate wieder Aufholpotenzial habe. Im Juli 2025 hatten Anleger für das Papier noch rund 100 Euro bezahlt.
Berenberg-Analystin Yasmin Steilen bewertet den jüngsten Rücksetzer der Aktie mit Blick auf die Zahlen als übertrieben. Sie hält für das laufende Jahr eine stabile Vorsteuermarge (EBT-Marge) für das wahrscheinlichste Szenario. Der Ton der Telefonkonferenz des Unternehmens sei insgesamt aber eher vorsichtig gewesen. Steilen hat ihre Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 83 Euro bestätigt.
Deutlich optimistischer zeigt sich dagegen die Deutsche Bank. Analyst Michael Kuhn hat seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 85 Euro erneuert. Der Experte bezeichnete die vorgelegten Zahlen als solide. Größere Überraschungen habe es jedoch nicht gegeben.
Zehua Jiang von der UBS sieht aktuell eine interessante Einstiegsgelegenheit. Der faire Wert liegt weiterhin bei 92 Euro. Die Aktie werde mit einem deutlichen Abschlag im Vergleich zu ihrer historischen Bewertung gehandelt und biete zudem eine attraktive Dividendenrendite. Auf Basis der Schätzungen für 2026 liege das KGV bei rund 9 und damit klar unter dem langfristigen Durchschnitt von etwa 15. Zudem biete die Aktie mit einer Dividendenrendite von über fünf Prozent eine attraktive Ausschüttung.
„Die vorläufigen Zahlen bestätigen die robuste operative Entwicklung von Sixt und unterstreichen die zunehmende Bedeutung des internationalen Geschäfts für die Profitabilität des Unternehmens“, erklärt Dirk Schlamp von der DZ Bank. „Europa entwickelte sich dabei besonders stark und ist nun der wichtigste Ergebnisfaktor, während Nordamerika weiterhin erhebliches strukturelles Wachstumspotenzial bietet.“
„Der Ausblick für das Jahr 2026 signalisiert eine Fortsetzung des profitablen Wachstumskurses. Angesichts des anspruchsvollen Umfelds rechnet das Unternehmen aktuell jedoch eher mit einer EBT-Marge in der unteren Hälfte der impliziten Bandbreite von 9 bis 11 Prozent. Vor diesem Hintergrund bleibt die Aktie für uns ein attraktiver Hebel auf eine Belebung der globalen Reisetätigkeit und der Konsumentenstimmung, insbesondere in den USA“, so der Branchenkenner weiter. Schlamp hat das Kursziel von 95 auf 90 Euro gesenkt, seine Kaufempfehlung aber bestätigt.
DER AKTIONÄR hält nach den ersten Erholungstendenzen der Aktie an seinem Fazit fest: Der Markt hat in den vergangenen Monaten Risiken wie Kosteninflation und konjunkturelle Unsicherheiten eingepreist. Die strukturellen Stärken mit intakter Strategie, starker Marktposition und solider Ertragskraft sind dabei in den Hintergrund geraten. Auch wenn die Risiken nicht vom Tisch sind, könnte nach der mehrmonatigen Talfahrt, die den Kurs vom Hoch im Sommer 2025 um rund 40 Prozent nach unten geführt hat, mit den Zahlen ein Comeback der Aktie eingeleitet werden – das jedoch in den kommenden Monaten durch die operative Entwicklung bestätigt werden muss.
06.03.2026, 08:00