Der DAX hat am Donnerstag einen Teil seiner jüngsten Erholung wieder abgegeben. Der deutsche Leitindex schloss im Xetra-Handel 1,1 Prozent tiefer bei 25.372 Punkten. Noch am Mittwoch hatte er ein Vierwochenhoch erreicht, gestern rutschte er wieder unter wichtige mittelfristige Trendlinien. Zum Start in den letzten Handelstag der Woche wird er noch etwas tiefer erwartet. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex 0,2 Prozent im Minus auf 25.328 Punkte.
Auslöser der Schwäche waren gestern erneut Zweifel an den Erträgen der hohen KI-Investitionen. Nach den Quartalszahlen von Meta und Tesla mieden Anleger Technologie- und vor allem Chipwerte. Zusätzlich trieb ein Angriff auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien den Ölpreis nach oben und schürte Inflations- und Zinssorgen.
Heute richten sich die Blicke auf die Einkaufsmanagerindizes für Oktober. Für Deutschland erwarten Volkswirte beim Gesamtindex 53,5 Punkte nach 53,8 im Vormonat, für die Eurozone 52,8 nach 53,1. Am Nachmittag folgen die US-Einkaufsmanagerindizes und die endgültige Verbraucherstimmung der Uni Michigan, für die 46,3 Punkte prognostiziert werden. Zudem steht das Länderrating Frankreichs durch Moody’s auf der Agenda. Auf Unternehmensseite stehen wieder einige Quartalszahlen auf dem Programm. Es berichten unter anderem Holcim, Atoss Software, Eni, Safran und American Express.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -Verlierer im DAX im Blick haben. Qiagen gewann 4,9 Prozent, nachdem der Finanzinvestor EQT gemeinsam mit zwei Staats- und Pensionsfonds 46,50 Euro je Aktie geboten hatte. SAP folgte mit einem Plus von 3,2 Prozent auf Platz 2. Der Softwarekonzern hatte am Mittwoch für das dritte Quartal erstmals einen Quartalsumsatz von mehr als zehn Milliarden Euro und ein Cloud-Wachstum von mehr als einem Viertel gemeldet. Zu den stärksten Werten zählten außerdem Scout24, Deutsche Börse und Merck KGaA. Siemens Energy brach hingegen am DAX-Ende um 8,6 Prozent ein, Infineon verlor 6,0 Prozent. Deutlich unter Druck standen zudem Hochtief, MTU Aero Engines und Siemens.
Die Ölpreise haben zuletzt weiter angezogen, Gold stand unter Druck. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostet am Freitagmorgen knapp 114 Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI liegt bei gut 100 Dollar. Eine Feinunze Gold wird für 4.003 Dollar gehandelt, eine Feinunze Silber für 53,62 Dollar. Ein Bitcoin kostet 81.563 Dollar.
An der Wall Street gerieten gestern vor allem Technologiewerte unter Druck. Der Nasdaq 100 fiel um 2,9 Prozent auf 28.959 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte September. Der S&P 500 verlor 1,2 Prozent auf 7.663 Punkte, während sich der Dow Jones mit 52.868 Punkten knapp im Plus behauptete. Meta-Aktien rutschten nach den Investitionsplänen des Konzerns deutlich ab, Nvidia gab 4,4 Prozent nach, Tesla 3,1 Prozent. Zudem stand die Aktie von Moderna massiv unter Druck. Am Ende stand ein Minus von 17,6 Prozent auf dem Kurszettel.
Die wichtigsten asiatischen Börsen geben am Freitagmorgen überwiegend nach. Der japanische Leitindex Nikkei 225 verliert 1,0 Prozent. Beim CSI 300 mit den wichtigsten chinesischen Festlandaktien geht es 0,5 Prozent nach unten. Der südkoreanische KOSPI gibt 0,9 Prozent nach. Der Hang Seng der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong hingegen kann 0,6 Prozent zulegen.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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