Der DAX hat nach seiner kräftigen Erholung zur Wochenmitte am Donnerstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Auslöser der neuen Nervosität waren erneut anziehende Ölpreise. Anleger zeigten sich weiter skeptisch, was die erst kürzlich vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran angeht.
Der deutsche Leitindex verlor am Ende 1,1 Prozent und schloss bei 23.806 Punkten. Am Vortag hatte der DAX noch den stärksten Tagesgewinn seit 2022 verbucht. Auch der MDAX gab nach und sank um 0,8 Prozent auf 30.052 Zähler. Der Nebenwerte-Index SDAX verlor 1,2 Prozent auf 17.033,57 Punkte.
Trotz der angespannten Lage gibt es vorsichtige Entspannungssignale. Laut Deutsche-Bank-Stratege Jim Reid hat sich der Stress an den Finanzmärkten im Vergleich zum Vortag spürbar reduziert. Auch die Sorgen vor einer stagflationären Entwicklung – also schwächerem Wachstum bei gleichzeitig steigenden Preisen – haben etwas nachgelassen.
Im Fokus bleibt der Ölpreis. Nach einem Rücksetzer auf unter 90 Dollar je Barrel Brent zog der Preis zwischenzeitlich wieder auf über 99 Dollar an. Zuletzt kam er aber wieder zurück auf 95 Dollar.
Auf Einzeltitelebene gerieten SAP mit einem Minus von 6,8 Prozent deutlich unter Druck. Die Branche leidet unter der Sorge, dass klassische Software durch Künstliche Intelligenz zunehmend verdrängt wird. Auch US-Werte wie Salesforce und ServiceNow standen entsprechend unter Druck.
Gefragt waren dagegen Chemiewerte: BASF, Lanxess und Evonik legten um bis zu 2,6 Prozent zu. Hintergrund ist die Annahme, dass asiatische Produzenten stärker unter möglichen Störungen in der Straße von Hormus leiden, während europäische Anbieter kurzfristig Preisspielräume haben.
Top-Gewinner im DAX waren Brenntag mit plus 2,9 Prozent vor BASF und Zalando.
Im MDAX belasteten steigende Kerosinkosten und geopolitische Risiken die Lufthansa, die 3,2 Prozent verlor. Zusätzlich droht ein Streik der Flugbegleiter. Stark zeigten sich hingegen Auto1 (plus 10,5 Prozent) Puma (plus 3,8 Prozent) und Redcare Pharmacy (plus 3,0 Prozent).
Bei den Nebenwerten stach Elmos Semiconductor hervor: Die Aktie sprang um 7,1 Prozent auf ein Rekordhoch. Das Unternehmen plant, eigene Aktien einzuziehen, um bei künftigen Rückkäufen flexibler agieren zu können.
Heute, 19:36