Nach einem zwischenzeitlichen Ausflug in die Verlustzone hat sich der deutsche Leitindex bis zum Mittag wieder leicht ins Plus vorarbeiten können. Derzeit notiert der DAX 0,2 Prozent höher als am Vortag bei 25.443 Punkten. Am Abend steht der Zinsentscheid der US-Notenbank auf dem Programm. Im Fokus steht außerdem die Entwicklung der Ölpreise, die zuletzt wieder etwas nachgegeben haben.
Eine höher als erwartet ausgefallene Kerninflation hat die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed zuletzt verstärkt. Die NordLB beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf gut 94 Prozent. Spannend ist, ob Fed-Chef Kevin Warsh die Pressekonferenz ohne verbale Angriffe aus dem Weißen Haus übersteht.
Gefragt sind am deutschen Aktienmarkt heute Werte mit KI-Fantasie. Die zuvor aufgekommene Nervosität, ausgelöst durch Warnungen vor einer möglicherweise überhitzten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz, ist inzwischen weitgehend gewichen. Zudem hob die Bank of America ihre Prognose für den weltweit adressierbaren Halbleitermarkt 2030 von 2,7 auf 3,2 Billionen Dollar an. Die erwartete jährliche Wachstumsrate stieg von 14 auf 18 Prozent. Hochtief, Siemens Energy und Infineon gehören im DAX zu den größten Gewinnern mit Anstiegen von bis zu 3,5 Prozent. Im MDAX legen Elmos Semiconductor, Siltronic, SUSS Microtec und Aixtron zwischen 2,4 und 5,8 Prozent zu. Bei Elmos unterstützte zudem eine Kaufempfehlung von Metzler.
Autowerte stehen hingegen unter Druck. Berenberg-Analyst Romain Gourvil sieht die Aussichten der europäischen Branche kritisch. China-Geschäft, geopolitische Risiken und Inflationsdruck belasteten die Ertragsperspektiven, führten zu Überkapazitäten und verschärften den Wettbewerb. Volkswagen-Vorzugsaktien verlieren als DAX-Schlusslicht 2,9 Prozent. Auch die Aktien von Mercedes-Benz und BMW gehören zu den stärksten Verlierern.
Heute, 12:45
Bei Google bevorzugen