08.08.2019 Markus Bußler

Gold: 2.000 oder gar 3.000 Dollar? Bleiben Sie besonnen!

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Gold
Trendthema

Der Goldpreis knackte gestern im US-Handel die Marke von 1.500 Dollar. Der Bereich bis hinauf zur Marke von 1.550 Dollar gilt für viele als letzter wichtiger Schlüsselwiderstand auf dem Weg zu neuen Hochs. Bis zu dem denkwürdigen Frühjahr 2013, als der Goldpreis in einem Minicrash abstürzte galt 1.500/1.550 als wichtige Unterstützung. Einige Analysten waren sich sicher: Gold wird nie wieder darunterfallen.

Der Rutsch unter diesen Bereich löste 2013 einen Abverkauf bei Gold aus – es ging binnen weniger Tage von 1.550 auf 1.180 Dollar. Was folgte war ein jahrelanger zäher Seitwärtsmarkt, der erst im Dezember 2015 sein Tief fand und wieder nach oben dreht. Der endgültige Ausbruch aus dieser seit 2013 bestehenden Schiebezone gelang erst in den vergangenen Wochen. Dennoch: Auch wenn Gold mit einer enormen Stärke an das 1.500er-Niveau herangelaufen ist, es wäre mehr als nur überraschend, wenn Gold jetzt wirklich auf Anhieb der Ausbruch über die 1.550 Dollar gelingen würde. Viel wahrscheinlicher ist, dass Gold in den kommenden Tagen beziehungsweise Wochen in eine Konsolidierung münden würde, um Kraft zu tanken. Wir gehen weiter davon aus, dass Gold diesen Bereich überwindet und in den kommenden ein bis zwei Jahren in Richtung Allzeithoch marschieren wird. Doch von Euphorie sollten sich Anleger nicht leiten lassen.

Es gibt mittlerweile wieder vermehrt Stimmen, die Gold schon bei 2.000 oder gar 3.000 Dollar sehen. Und tatsächlich sind solche Kursziele auch realistisch. Doch eben nicht heute und nicht morgen. Anleger sollten Chartmarken handeln und nicht Emotionen. Der Goldpreis ist aus seiner Lethargie erwacht, doch auch für Gold gelten die Gesetze des Marktes. Auch wenn die Überraschungen in einem Bullenmarkt eher auf der Oberseite passieren, ist ein direkter Durchmarsch in Richtung 2.000 Dollar eher unwahrscheinlich. Jetzt auf hochspekulative Long-Derivate auf Gold zu setzen, erscheint zu riskant.