27.11.2013 Markus Horntrich

DAX mit neuem Rekordhoch. Siemens, Heweltt Packard, Commerzbank, Praktiker, ThyssenKrupp und Nordex im Fokus

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DAX
Trendthema

Erfreuliche Konjunkturdaten aus den USA und Deutschland sowie der vereinbarte Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD haben dem Dax am Mittwoch in neue Höhen steigen lassen. Am Nachmittag erreichte der Leitindex einen Rekord bei 9363,48 Punkten. Mit plus 0,66 Prozent bei 9351,13 Punkten ging er auf dem höchsten bisher erreichten Stand aus dem Handel. Der MDax legte um 0,34 Prozent auf 16 245,83 Punkte zu. Der TecDax gewann 0,19 Prozent auf 1149,94 Punkte.

Gute Konjunkturdaten sorgen an der Wall Street für eine freundliche Stimmung. Der Dow Jones Industrial stieg im frühen Handel um 0,16 Prozent auf 16 098,42 Punkte. Für den breiter gefassten S&P 500 ging es um 0,26 Prozent auf 1807,36 Punkte nach oben und der Technologiewerteindex Nasdaq 100 zog um 0,60 Prozent auf 3466,59 Punkte an.

Der Euro ist am Mittwoch nach dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen und einer guten Verbraucherstimmung gestiegen. Zeitweise sprang die Gemeinschaftswährung über die Marke von 1,36 US-Dollar und erreichte den höchsten Stand seit Ende Oktober. Am Nachmittag wurde der Euro etwas tiefer bei 1,3586 Dollar gehandelt. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3596 (Dienstag: 1,3547) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7355 (0,7382) Euro.

Siemens: 17 Millionen für Ex-Chef

Der frühere Siemens-Chef Peter Löscher erhält nach seinem vorzeitigen Abgang von der Konzernspitze knapp 15 Millionen Euro Abfindung. Hinzu kommt eine Sonderzahlung zur Altersversorgung von gut 2,2 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht des Elektrokonzerns für 2012/13 (30. September) hervorgeht, der am Mittwoch in München veröffentlicht wurde. Löscher hatte Ende Juli seinen Posten nach zwei Gewinnwarnungen innerhalb von nicht einmal drei Monaten und einem Machtkampf geräumt. Sein Vertrag wäre eigentlich noch bis 2017 gelaufen. Seither führt Joe Kaeser Deutschlands größten Elektrokonzern.

Hewlett-Packard: Gute Zahlen

Positiv aufgenommene Resultate haben den Aktien von Hewlett-Packard (HP) am Mittwoch einen Schub verliehen. Die Papiere des Computer- und Druckerherstellers verteuerten sich zuletzt um 7,85 Prozent auf 27,06 US-Dollar. Damit eroberten sie die Spitze des S&P 500, der zeitgleich 0,22 Prozent höher stand.

Praktiker: Rettung bei Max Bahr gescheitert

Ein letzter Rettungsversuch für die Baumarktkette Max Bahr mit ihren 3600 Beschäftigten ist geplatzt. Die bereits weitgehend ausgehandelte Übernahme durch die saarländische Handelskette Globus kommt nicht zustande. "Wir haben intensive Gespräche mit Globus geführt", sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters des Immobilienbesitzers Moor Park, dem 66 der letzten 73 Max-Bahr-Märkte gehören, am Mittwoch in Hamburg. "Leider ist es jedoch nicht zu einer Einigung mit dem Unternehmen gekommen."

Commerzbank: Kursziel erhöht

Zu den Gewinnern zählt die Commerzbank-Aktie. Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für die Bank von 7,50 auf 8,50 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Underweight" belassen. Bei der Commerzbank hätten die sinkenden Befürchtungen über die Altlasten die katastrophale Unterbewertung der Aktie zuletzt verringert. Die chronisch schwachen Eigenkapitalrenditen belasteten aber weiterhin.

HeidelbergCement: Positive Studie

Die Aktie von HeidelbergCement kletterte nach einer positiven Studie der Privatbank Berenberg mit plus 1,8 Prozent auf 56,62 Euro an die DAX-Spitze. Die Bank hat HeidelbergCement von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 50 auf 63 Euro angehoben. Die Tochter Indocement habe seit 2008 beim operativen Ergebnis (Ebitda) entgegen dem rückläufigen Trend beim Baustoffkonzern zugelegt, schrieb Analyst Robert Muir in einer Studie vom Mittwoch. Zudem sei das befürchtete höhere Risiko einer dortigen, konjunkturell bedingten Geschäftseintrübung begrenzt.

ThyssenKrupp: Für die Commerzbank ein Kauf

Die Commerzbank hat ThyssenKrupp nach japanischen Medienberichten zum Verkauf des US-Stahlgeschäfts auf "Buy" mit einem Kursziel von 23 Euro belassen. Dass ArcelorMittal und Sumitomo das ThyssenKrupp-Stahlwerk in Alabama für knapp zwei Milliarden US-Dollar zu kaufen beabsichtigten, decke sich vollständig mit seinen Erwartungen, schrieb Analyst Robert Schramm in einer Studie vom Mittwoch. Schachel rechnet mit einer offiziellen Verkündung des Verkaufs bereits Anfang Dezember.

Nordex: Der Schock

Die Nordex-Aktie sackt ab wegen einer Kapitalerhöhung. Der Windkraftanlagenbauer hat im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens 7,35 Millionen Aktien bei institutionellen Anlegern zu 10 Euro je Anteil platziert. Das Geld will die Gesellschaft zur Finanzierung des Wachstums, für Forschung und Entwicklung, für neue Windenergieanlagen sowie zur Stärkung der Eigenkapitalquote und zum Schuldenabbau nutzen.