21.08.2019 Markus Bußler

Barrick Gold: Das ist ein Dilemma

-%
Barrick Gold
Trendthema

Der Disput zwischen Barrick Gold und Zijing Mining auf der einen Seite und der Regierung von Papua-Neuguinea auf der anderen Seite geht in die nächste Runde. Es geht um die Lizenz für die Progera Gold Mine. Die Lizenz ist bislang nicht verlängert worden. Die Regierung will einen höheren Anteil. Mittlerweile ist davon die Rede, dass Papua-Neuguinea mindestens 30 Prozent des Goldes behalten will, das aktuell exportiert wird.

Der Hintergrund: Papua-Neuguinea hat eine neue Regierung und die sieht die Wirtschaft des Landes in einem Wandel. Zudem sieht man die eigene Währung künftig eher an Gold denn an den US-Dollar gekoppelt. Und dazu benötige man unter anderem mehr Gold. Papua-Neuguinea rangiert derzeit auf Rang 14 der größten goldproduzierenden Länder.

Die Meldung hat hohe Wellen geschlagen: Harmony Gold, das unter anderem das riesige Wafi-Golpu Gold Projekt in Papua-Neuguinea entwickelt, kündigte an, die Arbeiten daran zu vertagen, bis Klarheit über die Pläne der neuen Regierung besteht. Die Aktie des Goldproduzenten K92 brach am Montag ein. Der Konzern ist ebenfalls in Papua-Neuguinea aktiv. Zwar erklärte der Konzern, man habe keinerlei Änderungen seitens der Regierung bezüglich der Lizenz erhalten, die ohnehin noch bis 2024 laufe. Doch nach der Meldung konnte nur ein Teil der Verluste wieder aufgeholt werden. Der Schaden ist erst einmal angerichtet.

Barrick Gold (WKN: 870450)

Vieles ist aktuell Spekulation: Will Papua-Neuguinea wirklich Auslandsinvestoren wie Harmony Gold abschrecken? Der Bergbau ist mit Abstand der wichtigste Sektor in Papua-Neuguinea. Natürlich hat ein Land ein Recht auf die eigenen Bodenschätze. Doch erst ausländische Investoren anlocken, die Investitionen (Minenbau) tätigen lassen und anschließend die Bedingungen zuungunsten der Konzerne ändern zu wollen, ist ein mehr als fragwürdiges vorgehen. Zumal dann, wenn es in einem Umfang geschieht, wie es aktuell offensichtlich die neue Regierung Papua-Neuguineas vorhat. Vermutlich wird es einen Kompromiss geben. Doch bis dorthin hat die Regierung sich selbst und auch den Aktionären einen Bärendienst erwiesen, indem sie derart vorgeprescht ist.