Lithium-Rallye steht kurz bevor – so profitieren Sie!
Foto: Wirecard
28.08.2020 Nikolas Kessler

Wirecard: Erste Anleger-Klage erfolgreich – jetzt geht es an Brauns Vermögen

-%
Wirecard

Im Bilanzskandal bei Wirecard stehen für Gläubiger und Aktionäre Milliardensummen auf dem Spiel. Da beim Unternehmen selbst nach mehreren Verlustjahren nicht mehr viel zu holen sein dürfte, hat ein Aktionär den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Markus Braun selbst in die Pflicht genommen – mit Erfolg.

Ein Wirecard-Aktionär hat vom vormaligen Vorstandschef Markus Braun persönlich Schadenersatz gefordert und beim Oberlandesgericht München einen Vermögensarrest erreicht. Das Gericht erklärte in seinem Beschluss vom Mittwoch, eine vorsätzliche Schädigung des Aktionärs durch Braun sei ausreichend wahrscheinlich.

Zur Sicherung der Zwangsvollstreckung wegen der Forderung auf 20.000 Euro Schadenersatz ordnete das OLG „dinglichen Arrest in das gesamte Vermögen des Antragstellers“ an. Der in Untersuchungshaft sitzende Manager könne den anteiligen Vermögensarrest allerdings durch Hinterlegung der geforderten Summe plus Zinsen außer Vollzug setzen.

Der Aktionär, ein Münchner Rechtsanwalt, hatte vor einem Jahr für rund 27.000 Euro Wirecard-Aktien gekauft und kurz vor der Insolvenz im Juni für gut 4.000 Euro verkauft. Er sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Jeder Aktionär kann versuchen, Vermögen von Dr. Braun anteilig einzufrieren.“ Braun habe wenige Tage vor der Insolvenz eigene Aktienpakete in Millionenwert verkauft und dürfte Immobilien im In- und Ausland haben, sagte der Rechtsanwalt.

Gutachten zeichnet katastrophales Bild

Der Zahlungsdienstleister Wirecard hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und Insolvenz angemeldet. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies. Ein aktuelles Gutachten des Insolvenzverwalters scheint dies zu belegen.

Der Schaden für die kreditgebenden Banken und Investoren wird darin auf 3,2 Milliarden Euro beziffert. Braun und weitere Wirecard-Manager sitzen unter anderem wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in Untersuchungshaft.

Wirecard (WKN: 747206)

Ex-Manager und Wirtschaftsprüfer im Visier der Kläger

Die Aktie von Wirecard ist am Freitag endgültig auf Pennystock-Niveau abgerutscht. Realistische Hoffnung auf eine Erholung gibt es nach Einschätzung des AKTIONÄR nicht mehr.

Geschädigte Anleger können jedoch über den Klageweg versuchen, ihre Verluste zu minimieren. Neben den verantwortlichen Managern scheinen Rechtsexperten dabei vor allem Klagen gegen die Wirtschaftsprüfer von EY aussichtsreich. Mehr dazu lesen Sie im kostenlosen AKTIONÄR-Ratgeber, den Sie hier abrufen können.

Mit Material von dpa-AFX.

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.
Die Geschichte der Spekulationsblasen

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6