Bei der Aktie von UnitedHealth bahnt sich ein schwächerer Start in die neue Handelswoche an. Einmal mehr belasten Vorwürfe den größten US-amerikanischen Krankenversicherer. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, setzte UnitedHealth "aggressive Taktiken" ein, um Medicare-Zahlungen zu erhöhen. Die Tageszeitung bezieht sich dabei auf einen Bericht des Senats.
Der neue Bericht, der auf einer Überprüfung von 50.000 Seiten an Unterlagen basiere, die UnitedHealth im vergangenen Jahr dem Justizausschuss des Senats übergeben habe, kam zu dem Ergebnis, dass das Gesundheitsunternehmen „die Risikoanpassung zu einem Geschäft gemacht hat, was nicht der ursprünglichen Absicht entsprach”, zitiert das WSJ.
Senator Chuck Grassley, Republikaner aus Iowa und Vorsitzender des Ausschusses, forderte die Dokumente in einem Brief vom Februar an, in dem er sich auf eine Untersuchung des WSJ aus dem Jahr 2024 berief, heißt es weiter im aktuellen Artikel. Demnach ergab die Untersuchung des Journals, dass UnitedHealth systematisch Diagnosen in die Patientenakten aufgenommen habe, die zusätzliche Zahlungen der Bundesregierung in Milliardenhöhe auslösten.
Der jüngste WSJ-Bericht bremst eine nachhaltige Erholung der UnitedHealth-Aktie aus. Indes wird der 27. Januar 2026 richtungsweisend für den größten US-Krankenversicherer sein. Neben den Q4-Zahlen für 2025 dürfte UnitedHealth auch eine Prognose auf das laufende Geschäftsjahr abgeben. Dieser wird besondere Beachtung geschenkt, nachdem das Unternehmen im Jahr 2025 die ursprüngliche Ergebnisprognose deutlich reduzieren musste.
UnitedHealth sieht sich erneut mit Betrugsvorwürfen konfrontiert. Anleger bleiben vorsichtig und sollten auf jeden Fall die Prognose für das laufende Jahr abwarten. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist immer noch nicht stimmig, wenngleich sich in den zurückliegenden Monaten ein charttechnischer Boden ausgebildet hat.
Heute, 13:33