Die Commerzbank hat gestern Vorab-Zahlen für 2025 bekannt gegeben und heute mit Details nachgelegt. Die Prognose für 2026 steigt in mehreren Bereichen und Anleger können sich über eine höhere Dividende freuen. Die Aktie verliert nun indes deutlich. Das sind die Hintergründe.
Der Nettogewinn für 2025 fiel mit 2,63 Milliarden Euro zwar nicht so hoch aus wie der Rekord vom Vorjahr. Das lag aber vor allem am Abbau von rund 3.900 Stellen, die teilweise in Niedriglohnländer wieder aufgebaut werden sollen. Dafür wurden Restrukturierungsaufwendungen fällig. Allerdings wurde vorab mit rund 100 Millionen Euro weniger Überschuss gerechnet.
Für das laufende Jahr legt der Vorstand bei den zentralen Nettozinserträgen noch eine Schippe drauf: Statt bisher 8,4 Milliarden Euro werden nun 8,5 Milliarden Euro anvisiert, was aber nur dem Konsens entspricht. Das ist bei der Commerzbank bald schon bekannte Taktik des Managements. Zum Jahresanfang wird eher tief gestapelt, um dann positiv zu überraschen.
Ob das auch beim Gewinnausblick für 2026 der Fall ist oder das Team um CEO Bettina Orlopp wirklich nicht mehr Potenzial sieht, ist freilich unklar. Das bisher ausgegebene Ziel von 3,2 Milliarden Euro will man beim Überschuss nun übertreffen. Der Analystenkonsens hatte aber bereits 3,4 Milliarden Euro auf dem Zettel.
Dementsprechend zeigen sich heute etliche Anleger enttäuscht und schmeißen die Aktie aus ihren Depots. Zudem musste erneut auf die erst 2024 übernommene Beteiligung bei Aquila Capital abgeschrieben werden. Mit weiteren 52 Millionen Euro summieren sich die Abschreibungen nun auf fast zwei Drittel des Kaufpreises. Der Ausbau der Vermögensverwaltung im Bereich nachhaltige Investments geht also bisher nicht auf.
Die Aktie ist deutlich unter Druck, obwohl die Ausschüttungen erhöht werden sollen. Der Ausblick auf 2026 enttäuscht. Damit unterschreitet die Aktie im Intradayhandel heute wieder die 50-Tage-Linie bei 34,95 Euro und pendelt nun um den GD100 bei 33,39 Euro.
Investierte Anleger bleiben an Bord. Es muss sich noch zeigen, ob es sich bei der Prognose für das laufende Jahr erneut um Erwartungsmanagement des Vorstandes handelt.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 11:27