Anleger-Lieblinge im Check - was taugen sie?
19.03.2020 Fabian Strebin

Commerzbank-Aktie satt im Plus: Ist das Schlimmste überstanden?

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Commerzbank

Ein seltenes Bild in diesen Tagen: Die Bankaktien legen wieder zu. Mit dabei ist auch die Commerzbank mit einem satten Plus. Hintergrund ist neben dem positiven Gesamtmarkt, dass es mehrere Erleichterungen für die Institute gibt. Was bedeutet das für die Commerzbank?

Bei dem mehrere hunderte Milliarden schweren Hilfsprogramm der KfW-Förderbank soll möglicherweise nachgebessert werden. Normalerweise bürgt die KfW bei bisherigen Programmen nur für die Hälfte eines Kreditausfalls. Der Rest bleibt bei der Hausbank hängen, die den Kredit zusammen mit der KfW vergeben hat. Der Haftungsanteil der KfW, also des Bundes, wurde aber zuletzt auf 80 Prozent ausgeweitet. Nun ist im Gespräch, ihn auf 90 Prozent zu erhöhen. Das könnte mögliche Kreditausfälle deutlich abfedern.

EZB feuert neue Kanone ab

Zudem sollen die Liquiditätshilfen, die die Banken – abgesichert über die KfW – vergeben, Pleiten von kleineren Unternehmen verhindern. Für Selbstständige ist zudem ebenfalls ein Programm in Planung, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Die heute Nacht beschlossenen Maßnahmen der EZB sollten ebenfalls die Banken stützen, vor allem der Ankauf von Unternehmensanleihen- und Krediten. Es ist der Versuch die Bonität und Liquidität der Darlehensnehmer der Banken im Firmenkundenbereich zu schützen. Mehr zu dem neuen EZB-Programm hier.

Deutsche Finanzaufsicht lockert Kapitalregeln deutlich

Die deutsche Finanzaufsicht senkt den antizyklischen Kapitalpuffer von 0,25 auf null Prozent ab April. Damit haben die Banken 5,5 Milliarden Euro mehr hartes Kernkapital zur Verfügung, um Kredite zu vergeben oder die Risikovorsorge vor Ausfällen zu erhöhen. Zudem soll toleriert werden, wenn der Kapitalerhaltungspuffer von 2,5 Prozent von Banken derzeit nicht eingehalten werden kann. Insgesamt dürfte sich die Kapitalfreisetzung mit Hilfe der Puffer auf 105 Milliarden Euro summieren, wie es in Finanzkreisen heißt. Das berichtet die Börsen-Zeitung. Da sich demnach nochmals gut 120 Milliarden Euro in Form überschüssigen Eigenkapitals im System befinden, stehen potenziell rund 225 Milliarden Euro bereit. Theoretisch könnten die deutschen Banken ihr Kreditvolumen damit um einen niedrigen Billionenbetrag oder um gut 50 % ausweiten, wie es heißt.

Die beschlossenen Maßnahmen des Bundes, der EZB und der Finanzaufsicht werden den Banken helfen. Bei der Versorgung der Realwirtschaft mit Liquidität und Krediten geht es nun mehr denn je um die Geldhäuser. Ob und wie schnell die Pakete greifen, ist aber offen. Es wird trotzdem zu einem starken Anstieg der Kreditausfälle kommen, die Commerzbank wird ihre Vorsorge dafür deutlich erhöhen müssen. Der Konzernumbau tritt in den Hintergrund. Bereits vor dem Ausbruch von Corona war die Profitabilität der aber Commerzbank gering.

Die Aktie ist kein Kauf.

Commerzbank (WKN: CBK100)