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02.10.2019 Thomas Bergmann

5 Dinge, die Sie über die Allianz wissen müssen

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Allianz

Zwischen Niedrigzinsen und Digitalisierung will der Münchner Versicherer Allianz seine Stellung als europäischer Branchenprimus verteidigen. Vorstandschef Oliver Bäte hat die Zufriedenheit der Kunden zum zentralen Maßstab gemacht, um den bald 130 Jahre alten Konzern für die Zukunft zu rüsten. So ist der Stand der Dinge.

Das ist die Strategie

Die Allianz steckt in der dritten Runde einer gründlichen Erneuerung. Ziel ist es, Kosten und Komplexität zu verringern. Dazu will Bäte neue Vertragstypen und die nötige Technologie zentral entwickeln lassen und in so vielen Ländern einsetzen wie möglich - internen Widerständen zum Trotz. Als erstes augenfälliges Großprojekt soll mit Allianz Direct ein konzerneigener Direktversicherer an den Start gehen spätestens zur deutschen Vertragswechselsaison diesen Herbst.

Mit dem Fokus auf Vereinfachung und Online-Vertrieb will die Allianz den Zugang zu den Kunden nicht an andere Unternehmen verlieren. Den Beschäftigten versuchte Bäte die Angst um ihre Jobs zu nehmen. "Das wird nicht das mitarbeiterfreie Unternehmen. Aber es nimmt die Komplexität heraus, die die Menschen weder im Unternehmen noch außerhalb haben wollen." Die Mitarbeiter könnten sich stärker um die Anliegen ihrer Kunden kümmern. Allianz Direct soll auch den Vertretern nichts wegschnappen. "Es wird null Kannibalisierung geben", versprach Bäte.

Das sind die Gewinnziele

Trotz der massiven Investitionen in die Digitalisierung sollen sich die Aktionäre auf steigende Gewinne freuen. Von 2018 bis 2021 soll das operative Ergebnis im jährlichen Schnitt um mehr als vier Prozent wachsen.

Das sind die jüngsten Zukäufe

Mitten in den Brexit-Wirren hat die Allianz zweimal in Großbritannien zugeschlagen. So sicherte sich Bäte die Sachversicherungssparte des britischen Unternehmens Legal & General. Zudem übernahm er das bisher zusammen mit der Liverpool Victoria Friendly Society (LVFS) geführte Gemeinschaftsunternehmen LV General Insurance Group (LV GIG) komplett.

Das macht die Aktie

Für die Aktie ging es in den vergangenen Jahren kräftig aufwärts. Zuletzt pendelte der Kurs um die Marke von 214 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier damit etwa 20 Prozent an Wert gewonnen, und seit Bätes Amtsantritt steht ein Plus von rund 40 Prozent zu Buche - damit zog das Papier in dem Zeitraum stärker als der DAX und vor allem auch der Branchenindex an.

Allianz (WKN: 840400)

Das Rekordhoch von der Jahrtausendwende (402 Euro) bleibt für die Aktie aber weiterhin meilenweit entfernt. Welche positive Entwicklung das Papier hinter sich hat, erkennt man aber, wenn man die Marktkapitalisierung des Versicherungskonzerns mit der der Deutschen Bank vergleicht: Mit einem Börsenwert von fast 90 Milliarden Euro ist die Allianz gut sechsmal so viel wert wie das Bankhaus.

Das sagen die Analysten

Von den 18 im dpa-AFX Analyser erfassten Branchenexperten empfehlen 13 das Papier zum Kauf, vier raten zum Halten und nur einer gibt eine Verkaufsempfehlung. Im Schnitt lautet das Kursziel auf 223 Euro – rund vier Prozent über dem jüngsten Kursniveau.

Am optimistischsten zeigt sich Farooq Hanif von der Schweizer Credit Suisse, der sein Kursziel für die Aktie Anfang September auf 245 Euro nach oben setzte. Ihn stimmen die jüngsten Übernahmen des Konzerns in Großbritannien zuversichtlicher.

Für den AKTIONÄR kommen langfristig orientierte Anleger nicht an der Allianz vorbei. Mehr dazu auch in der aktuellen Ausgabe, die Sie hier herunterladen können.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Allianz.