Volkswagen versucht durch Deals mit Xpeng, Rivian, Mobileye oder Horizon Robotics die eigenen Schwächen im Bereich der Software zu beheben, Mercedes-Benz ist von seiner „Luxus pur“-Strategie abgerückt und will den Kunden wieder „bezahlbaren“ Zugang zur Marke liefern. BMW dagegen scheint etwas besser positioniert. Mit der „Neuen Klasse“ will man bei den Verbrauchern wieder punkten – und den Rückstand zur innovativen Konkurrenz aus China zu verkleinern.
Kurzum: In der globalen Autowelt rauscht derzeit ein Sturm des Wandels über die traditionellen Hersteller. Chinesische Brands rollen in rasantem Tempo ihre Stromer aus, jenseits des Atlantiks spulen Robotaxi-Flotten von Waymo, Zoox und neuerdings auch von Tesla Meile um Meile in den großen US-Cities herunter. Die deutschen Hersteller spüren den Druck von allen Seiten. DER AKTIONÄR sprach mit Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research in Bochum über die aktuelle Situation.
DER AKTIONÄR: Herr Dudenhöffer, die chinesischen Elektroauto-Hersteller BYD, Xpeng und Nio haben zuletzt eine hohe Taktfrequenz an den Tag gelegt und neue Modelle ausgerollt. Werden sie das Tempo 2026 beibehalten können und in Europa weitere Marktanteile gewinnen?
Ferdinand Dudenhöffer: Wenn einer eine Chance hat ist es BYD. XPeng und NIO sind sehr kleinteilig unterwegs. Also XPeng und NIO werden auch 2026 in der Nische bleiben. Bei BYD sieht man sehr viel Marketinggeld. Also sie werden zulegen, aber zu sehr hohen Kosten. Es sind sehr teuer erkaufte Marktanteile und die Gefahr von Strohfeuer-Effekten ist hoch. Durch den hohen Verkaufsdruck gibt es hohe Rabatte auf Tageszulassungen und Testwagen, die einem schon die Restwerte ins Wanken bringen können. Und Restwertverluste mögen Autokäufer schon gar nicht.
30.12.2025, 13:45