Luxusaktien gehören zum Wochenauftakt erneut zu den großen Verlierern. Der sich zuspitzende Nahost-Konflikt trübt die Konsumlaune deutlich ein. Die LVMH-Aktie fällt unter die strategisch wichtige 500-Euro-Marke und verliert rund fünf Prozent. Die Papiere von Hermès und Kering lassen ebenfalls Federn.
Die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen in der Golfregion treffen den Luxussektor zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Nahe Osten entwickelte sich zuletzt zu einem wichtigen Wachstumstreiber für Luxusgüterkonzerne und konnte die anhaltende Schwäche im chinesischen Markt teilweise kompensieren (DER AKTIONÄR berichtete).
Morgan Stanley zufolge erwirtschaften große Luxusanbieter rund fünf Prozent ihres Umsatzes in der Region. LVMHs Kernmärkte sind USA, Europa und Asien, doch auch der Nahe Osten wird strategisch wichtiger. Viele High-Net-Worth-Kunden leben dort und Luxus-Shopping in Dubai, Doha oder Riad nimmt stark zu.
Mieses Timing
Die Nahost-Eskalation fällt zudem in die traditionell umsatzstarken Wochen vor dem Eid al-Fitr Mitte März. Das Fest markiert das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan und gehört in vielen Ländern des Nahen Ostens zu den wichtigsten Konsumanlässen des Jahres. Traditionell kaufen viele Familien in dieser Phase neue Kleidung, Schmuck oder Accessoires und die Luxusmarken profitieren normalerweise von einer deutlich steigenden Nachfrage. Wie RBC zuletzt betonte, setzt die Nachfrage nach Luxusgütern jedoch ein positives Konsumklima voraus. Konflikte und Unsicherheit wirken diesem unmittelbar entgegen.
DER AKTIONÄR hat bereits am Freitag die Reißleine bei LVMH gezogen und die Aktie im Depot verkauft. Ein Einstieg im Luxussektor drängt sich nicht auf, solange nicht absehbar ist, dass sich die Lage im Nahen Osten beruhigt.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH, Hermès, Kering.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.
Heute, 09:28