Der Iran-Konflikt setzt den Luxussektor zunehmend unter Druck. Steigende Ölpreise und mögliche Folgen für den internationalen Tourismus belasten auch Branchenprimus LVMH. Gleichzeitig verschärft sich die charttechnische Lage: Die Aktie rutscht gefährlich nahe in Richtung einer wichtigen Unterstützungszone.
Die Golfregion war zuletzt ein wichtiger Wachstumsmotor, der die abkühlende Nachfrage aus dem strategisch bedeutsamen chinesischen Markt teilweise kompensieren konnte. Brechen diese Umsätze weg, fehlt LVMH ein entscheidender Ausgleichsfaktor (DER AKTIONÄR berichtete).
Zusätzlich reagiert die Luxusgüterindustrie schon immer sensibel auf geopolitische Krisen. Steigende Ölpreise und Sicherheitsbedenken belasten den internationalen Tourismus, der eine der wichtigsten Einnahmequellen für High-End-Marken darstellt. Die Konsumenten stornieren ihre Reisepläne und verzichten auf zusätzlichen Luxus.
Im Abwärtsmodus
Mit dem erneuten Ausverkauf ist die LVMH-Aktie nahe an die 500-Euro-Marke gerutscht. Diese konnte bereits im Juni letzten Jahres keinen Halt bieten: Damals fiel der Kurs bis auf 436 Euro, bevor der Rebound einsetzte und die Aktie bis zum Jahreswechsel wieder bis auf 654 Euro schnellte.
Nun ist die 50-Tage-Linie bei 537 Euro gefallen. Durchschreitet der Kurs auch noch den 500-Euro-Bereich, ist ein schneller Absturz in die 2025er-Tiefen möglich.
Unklare Aussichten
Halten die geopolitischen Spannungen an, dürfte die Volatiliät im Luxussektor hoch bleiben. „Von China und Europa sind 2026 weiterhin gesamtwirtschaftlich keine starken Impulse zu erwarten. Die Aussichten in den USA sind unklar", urteilte Branchenexperte Frank Müller, Gründer und CEO der Beratungsgesellschaft The Bridge To Luxury, im Gespräch mit DER AKTIONÄR. Er rechnet makroökonomisch frühestens 2027 mit einer echten globalen Belebung der Luxusbranche.
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Das Chartbild ist eingetrübt, wie sich die geopolitische Lage entwickelt nicht absehbar. Vor einem nachhaltigen Sprung über den GD50 drängt sich bei LVMH derzeit noch kein Einstieg auf. Anleger halten die Füße still. Die Aktie ist Teil des AKTIONÄR-Depots.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.
Die Autorin hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.
LVMH-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
05.03.2026, 12:04