26.02.2018 Benedikt Kaufmann

YouTube TV wächst und wird teurer – Milliardenchance

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Alphabet C

Google erhöht die Preise für YouTube TV, nachdem weitere Kanäle hinzugefügt wurden. Der Konzern schafft damit ein besseres Angebot in einem lukrativen Markt – eine Milliarden-Chance für Anleger.

Neu hinzugekommen sind die Kanäle von Time Warner, NBA- und Baseball-Spiele. Mit dem größeren Angebot steigen auch die Preise von 35 auf 40 Dollar je Monat. YouTube begegnet mit dem TV-Angebot einem neuen Trend. Immer weniger Zuschauer sind bereit hohe Kabelgebühren (in den USA durchschnittlich 100 Dollar) zu zahlen und weichen auf kostengünstige Web-Alternative aus. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht und hat sich bereits frühzeitig platziert. Während YouTube TV laut den Marktforschern von BTIG über etwa 350.000 Menschen nutzen, hat AT&T mit seinem Angebot DirectTV Now über zwei Millionen Abonnenten.

Durch das neue Sportangebot sollen jetzt zusätzliche Nutzer angelockt und auf die größeren Dienste aufgeschlossen werden. „Sportinhalte sind essentiell um Millennials zu überzeugen für einen Live TV Service zu bezahlen.“, sagte Heather Moosnick, Geschäftsführerin bei YouTube. Rechnet man die neuen Kanäle hinzu seien nun 60 unterschiedliche Kanäle über YouTube TV verfügbar, so Mossnick.

Für Alphabet bedeutet YouTube zusätzliche Erlöse. Steigen neben den Webeeinnahmen in Zukunft auch die Abo-Umsätze, könnte der Video-Streaming-Dienst zu einem noch größeren Faktor in der Bilanz werden. Wie hoch die aktuellen Erlöse sind, veröffentlicht der Konzern nicht. Colin Sebastian, Analyst bei R.W.Baird, schätzt die jährlichen Umsätze auf 15 Milliarden Dollar. Tendenz: stark wachsend. Werden die Umsätze veröffentlicht und können in die Bewertungsmodelle der Analystenhäuser einfließen, sieht der Sebastian deutliches Kurspotential für die Alphabet-Aktie. Er rechnet damit, dass der Internet-Konzern in diesem oder nächsten Jahr den Schleier über YouTube öffnet.

Der Markt für Video-Streaming wächst rasant und der Trend des sogenannten „Cable-Cutting“ hält nicht nur in den USA Einzug – sondern weltweit. Damit eröffnen sich nicht nur für den Konzern sondern auch für die Alphabet-Anleger lukrative Langfrist-Chancen. Nicht die einzige Kursphantasie der Aktie. Es gilt: Dabei bleiben und Gewinne laufen lassen.

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Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

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