Hier wird Geschichte geschrieben. Nicht verpassen!
29.05.2020 Nikolas Kessler

Wirecard: BaFin prüft Brauns Insider-Kauf – Update

-%
Wirecard

Bei Wirecard bleibt dieser Tage nichts unkommentiert: Nachdem Vorstandschef Markus Braun am Donnerstag für rund 2,5 Millionen Euro Aktien seines Unternehmens gekauft hat, will die Finanzaufsicht BaFin die Transaktion nun unter die Lupe nehmen.

Die BaFin prüfe, ob der Vorstandsvorsitzende mit seinem Aktienkauf gegen Regeln zum Schutz vor Marktmissbrauch verstoßen hat. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf eine Sprecherin der Behörde.

Laut der europäischen Marktmissbrauchsverordnung dürfen Personen mit Führungsaufgaben ab 30 Kalendertagen vor Veröffentlichung von Zwischen- und Jahresberichten keine Aktien des eigenen Unternehmens kaufen oder verkaufen. Ausnahmen von dieser Regelung gelten beispielsweise, wenn die Transaktion im Rahmen eines Aktienvergütungsprogramms für Mitarbeiter stattfindet, welches bereits vor Beginn der kritischen Frist initiiert wurde.

Bei Wirecard steht die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts nach mehrmaliger Verzögerung am 18. Juni auf der Agenda. Sollte es bei diesem Termin bleiben, fiele Brauns Insider-Kauf am Donnerstag (28. Mai) in die Sperrfrist.

„Kapitalmarktrechtlichen Vorgaben eingehalten“

Wirecard wollte die Meldung gegenüber Bloomberg zunächst nicht kommentieren. Brauns Investmentgesellschaft – die MB Beteiligungsgesellschaft –, die bei der Transaktion als Käufer auftrat, erklärte, der Aktienkauf sei rechtlich nicht zu beanstanden. „Die kapitalmarktrechtlichen Vorgaben wurden uneingeschränkt eingehalten.“

Wirecard (WKN: 747206)

Nach dem Aktienkauf des CEOs hatte die Wirecard-Aktie am Donnerstag über fünf Prozent zugelegt. Am Freitag muss sie einen Teil der Gewinne allerdings wieder abgeben. Im schwächelnden DAX verliert das Papier am Nachmittag rund zwei Prozent. 

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6