09.11.2010 Alfred Maydorn

Washington Mutual: Aktionäre kämpfen gegen den Totalverlust

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Trendthema

Die Aktie der Pleite-Sparkasse Washington Mutual hat in den letzten Tagen weiter an Wert verloren und notiert nur noch bei knapp über 0,03 Euro. Die Aktionäre sehen sich einem Totalverlust gegenüber, geben sich aber dennoch kämpferisch. Insbesondere in Deutschland regt sich Widerstand.

Für viele WaMu-Aktionäre und auch für eine Reihe von Experten ist die WaMu-Story ein echter Skandal. Sie zweifeln an den Ergebnissen des Untersuchungsberichtes von Joshua Hochberg, dessen Veröffentlichung in der letzten Woche den scharfen Kursverfall der Aktie eingeleitet hat.

Keine Chance

Der am vergangenen Montag veröffentlichte Bericht des unabhängigen Prüfers Joshua Hochberg hatte zunächst alle Erwartungen zerschlagen, dass für die WaMu-Aktionäre noch etwas zu holen ist. Hochberg hat zwar Verständnis für die zahlreichen Anleger, die mit der Aktie viel Geld verloren hätten, aber er sieht gleichzeitig keine Chance, dass sie es zurückbekommen. Sie sollten es am besten nicht mehr versuchen.

In den USA ist es auch tatsächlich ruhig geworden. So hat etwa die Internetseite „WamuEquityRights.org", die sich über Monate sehr engagiert für die Rechte der WaMu-Aktionäre eingesetzt hat, ihren Dienst mehr oder weniger eingestellt. Der letzte Eintrag stammt vom vergangenen Montag und enthält lediglich einen kommentarlosen Link auf den Untersuchungsbericht.

Widerstand in Deutschland

In Deutschland hingegen geben sich die WaMu-Aktionäre weiterhin kämpferisch. Auf dem Internetportal Ariva.de haben sich rund 1.000 Anleger zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für ihre Rechte einzusetzen. Der Link zu dieser Gruppe lautet: http://www.ariva.de/UNITED_g772.

DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung fest, dass die WaMu-Spekulation durch den neuen Untersuchungsbericht beendet ist, auch wenn weiterhin viele Fragen ungeklärt bleiben. Aber als Anleger geht es in erster Linie um das eingesetzte Kapital - und das dürfte weiter dahinschmelzen. Die Nachricht des Prüfers Hochberg an die WaMu-Aktionäre ist deutlich: So schwer es auch fallen mag, es ist Zeit, weiterzuziehen.