Das sind die Gewinneraktien von morgen!
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27.10.2020 Adam Maliszewski

Wall Street: Markt tritt auf der Stelle – Apple und Microsoft im Plus – Pharmawerte schwächer

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DowJones

Nach rund drei Stunden Handel sank der Dow Jones am Dienstag um 0,45 Prozent auf 27.560,51 Punkte, nachdem der Leitindex zum Wochenstart unter die Marke von 28.000 Punkten und zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende September gesackt war. Der marktbreite Standard & Poor‘s 500 zeigte Anzeichen einer Stabilisierung und blieb nahezu unverändert bei 3.402,55 Zählern. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg indes um 0,7 Prozent auf 11.585 Punkte.

Auf Seiten der Wirtschaft stach hervor, dass die Hauspreise im August deutlich stärker als erwartet gestiegen waren und US-Unternehmen trotz der angespannten Corona-Lage zudem weiter in größere Anschaffungen wie Maschinen investierten. So wurde im September der fünfte Anstieg in Folge gemeldet, nachdem die Bestellungen langlebiger Güter im Frühjahr coronabedingt eingebrochen waren. Hingegen schwächte sich der Index für das Verbrauchervertrauen im Oktober auf 100,9 Indexpunkte (Vormonat 101,8) ab, besonders der Rückgang der Erwartungskomponente bereite den Analysten Sorgen.

Bis sich ein Ergebnis über die künftige Besetzung im Weißen Haus abzeichnet, rechnet ActivTrade-Analyst Ricardo Evangelista vorerst mit weniger Schwankungen an den Börsen. Den Wahlen misst er zugleich angesichts der Pandemie, des China-Konflikts und einer zunehmenden Polarisierung ein noch größeres Gewicht bei als sonst bei. Die Auswirkungen seien zudem in gleich mehreren marktsensiblen Bereichen spürbar, darunter auch dem Streit über ein neues Konjunkturpaket.

Nasdaq 100 (ISIN: DE000DB2KFB5)

Merck überzeugte mit einer angehobenen Gewinnprognose, während bei Eli Lilly die Gewinnentwicklung im dritten Quartal enttäuschte. Die Quartalsbilanz des Branchengiganten Pfizer fiel wie erwartet aus, wobei Anleger vor allem auf das Thema Impfstoff gegen Covid-19 fokussiert waren. Die Jahresziele engte Pfizer zugleich leicht ein, wobei als Wermutstropfen die bereinigte Ergebnisspanne je Aktie und auch die für den Umsatz nach oben hin etwas gekappt wurde.

Caterpillar war Schlusslicht im Dow mit minus 3 Prozent. Die Corona-Krise sorgte bei dem Baumaschinenhersteller im dritten Quartal erneut für herbe Geschäftseinbußen. Die Aktien von 3M verloren 1,3 Prozent. Der Mischkonzern lieferte solide Quartalszahlen, die laut RBC operativ gesehen aber nicht sonderlich überraschten.

Apple, die am Vortag als einziger Dow-Wert ohne Verluste aus dem Handel gegangen war, legen am Dienstag rund 1,5 Prozent auf 116,70 Dollar zu. Hier sind nach wie selektive Käufe zu beobachten, wo der starke Innovationsdrang die Investoren überzeugt. Apple plane die Weiterentwicklung seiner kabellosen Kopfhörer AirPods und AirPods Pro. „Solche Nachrichten sind in der Community aber auch an der Börse willkommen“, so ein Händler. Weiterer Antreiber: Rund 13 Jahre nach dem Verkaufsstart des ersten Apple-Smartphones werden Ende Oktober 2020 erstmals mehr als eine Milliarde iPhones weltweit aktiv genutzt. Dies geht aus einer Analyse des renommierten Markforschers Neil Cybart von Above Avalon hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Nach Börsenschluss geben Microsoft die Erfolgszahlen zum Q1 (Jahr 2020/ 2021) bekannt. Die Analysten hegen die Erwartung auf einen deutlichen Sprung beim Cloudgeschäft von 44 Prozent, der Gesamtumsatz solle in Q1 um etwa 8 Prozent anziehen. Weiterer Eckpunkt dürften die Nutzer-Zahlen beim Abo-Modell Office 360 sein, hier rechnen die Analysten mit weiter positiven Trend. Im Durchschnitt wird ein Ergebnis je Aktie von 1,55 Dollar anvisiert (Vorjahresquartal 1,38 Dollar). Microsoft-Aktien legen 1,3 Prozent auf 212,86 Dollar zu.

Microsoft (WKN: 870747)

Raytheon Technologies büßen 3,2 Prozent ein. Der Rüstungs- und Technologiekonzern legte nach Ansicht der Credit Suisse ein etwas besser als erwartetes Zahlenwerk vor, auch wenn der Ausblick der Luftfahrtsparte weiterhin ausgesetzt blieb. Am Vortrag hatten Raytheon die Nachricht von chinesischen Sanktionen wegen Waffenlieferungen nach Taiwan wegstecken müssen.

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