Die US-Börsen wagen nach dem herben Rückschlag vom Freitag einen ersten Stabilisierungsversuch. Vor den am Dienstag anstehenden US-Zwischenwahlen greifen die Anleger wieder vorsichtig zu. Der Broker IG taxierte den technologielastigen Nasdaq 100 vor dem Handelsstart 0,6 Prozent fester bei 28.564 Punkten. Den Leitindex Dow Jones Industrial erwartet die Plattform rund 0,5 Prozent höher bei 52.012 Zählern. Nach Handelsschluss richtet sich der Blick voll auf Apple: Der iPhone-Konzern legt seine Quartalsbilanz vor.
Der jüngste Einbruch sitzt den Investoren noch in den Knochen. Am Freitag verlor der Nasdaq 100 rund dreieinhalb Prozent, während der Dow Jones mehr als ein Prozent einbüßte. Der Grund: Durchwachsene Ausblicke der Schwergewichte Amazon und Intel trübten die Stimmung massiv. An den Märkten wächst die Skepsis gegenüber den enormen Ausgaben für Künstliche Intelligenz. Die Anleger fordern nun handfeste Beweise dafür, dass sich die Milliardeninvestitionen zeitnah bezahlt machen.
Entsprechend vorsichtig agieren die Marktteilnehmer bei Tech-Werten. Die A-Aktien der Google-Mutter Alphabet erholen sich vorbörslich um 1,1 Prozent. Das Unternehmen plant eine weitere Euro-Anleihe, nachdem die jüngsten Zahlen den Konzern am vergangenen Donnerstag zeitweise fast 500 Milliarden Dollar an Börsenwert gekostet hatten. Bei Oracle überwiegen hingegen die Sorgen vor Verwässerung: Der Softwarekonzern will neue Aktien für rund 10 Milliarden Dollar ausgeben und platziert zudem Anleihen über 10 Milliarden Dollar. Die Oracle-Papiere verlieren vorbörslich drei Prozent.
Milliarden-Deal im Chipsektor und Biotech-Kurssprung
Auch auf der M&A-Bühne gibt es Bewegung. Der Chiphersteller Marvell Technology übernimmt den Laserspezialisten Lumentum, um das Geschäft mit KI-Infrastruktur auszubauen. Die Transaktion bewertet Lumentum inklusive Schulden mit 115 Milliarden Dollar und wird rein über Aktien abgewickelt. Die Börse reagiert verschnupft: Lumentum-Papiere geben vorbörslich 5,9 Prozent nach, Marvell verbilligt sich um 2,0 Prozent. Schwach präsentieren sich auch die Titel von Check Point Software, die nach enttäuschenden Umsatzzahlen um 6,1 Prozent absacken.
Auf der Gewinnerseite sticht Inovio Pharmaceuticals hervor. Die Biotech-Aktie schießt vorbörslich um 240 Prozent nach oben. Auslöser ist eine beschleunigte US-Zulassung der Behörde FDA für die Immuntherapie Voceryq gegen eine seltene Atemwegserkrankung. Gefragt sind zudem die Anteile von Estée Lauder mit einem Plus von 2,5 Prozent. Der Kosmetikkonzern übertraf im abgelaufenen Quartal die Markterwartungen und hob die Jahresziele an.
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