Fresenius baut sein Biosimilar-Geschäft deutlich aus. Mit dem chinesischen Auftragsforscher und -fertiger WuXi Biologics sichert sich der Gesundheitskonzern exklusiven Zugang zu bis zu 37 potenziellen Nachahmer-Kandidaten. So könnte das Portfolio von heute 29 Molekülen auf bis zu 66 im kommenden Jahrzehnt steigen. Nach Unternehmensangaben ist es der bislang größte Vertrag dieser Art in der Branche.
An der Börse kam die Nachricht gut an. Die Aktie gewinnt am Vormittag fast drei Prozent und erreichte mit 49,23 Euro das höchste Niveau seit Anfang März. Seit Jahresbeginn ergibt sich damit ein leichtes Plus.
Konzernchef Michael Sen spricht von einem Engagement, das Entwicklungskapazitäten in einem Markt sichert, in dem Tempo und Größe zählen. Zusammen mit der vollständigen Übernahme von mAbxience sei dies die Basis für Wachstum weit über 2030 hinaus.
Fresenius behält die weltweiten Vermarktungsrechte für die zukünftigen Produkte und zahlt WuXi für die Entwicklungsarbeit, abhängig vom Fortschritt der einzelnen Programme. Sen betont klar: Man entscheide selbst, welche und wie viele Kandidaten entwickelt werden. Kurzfristig belasten steigende Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen die Profitabilität. Erste Moleküle aus der Partnerschaft erwartet der Konzern Anfang der 2030er-Jahre im Markt.
Auch Fondsmanager Markus Manns von Union Investment sieht den Deal als strategisch bedeutsam. Fresenius positioniere sich ab 2030 neben Sandoz als einer der führenden Biosimilar-Anbieter. Wegen auslaufender Patente sehen Investoren ab 2028 ein "goldenes Jahrzehnt" für Biosimilars anbrechen.
Die Aktie von Fresenius ist heute mit einem Plus von 2,9 Prozent der stärkste Wert im DAX. Charttechnisch ist der Aktie der Sprung auf ein neues Mehrmonatshoch gelungen. Nun rückt das 52-Wochen-Hoch bei 52,96 Euro wieder in greifbare Nähe. Investierte Anleger bleiben dabei, ziehen den Stopp aber leicht auf 36,90 Euro nach.
Heute, 11:18
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