Ein KI-Agent, der selbstständig Preise vergleicht und einkauft, könnte Amazons Werbegeschäft unter Druck setzen. Metas Einkaufsassistent Muse hat bereits mehr als zehn Millionen Nutzer in den USA und Kanada gewonnen – und das innerhalb der ersten sechs Wochen. Amazon-Chef Andy Jassy wiegelt bislang ab. Doch hinter den Kulissen geht es um Milliarden.
- 10 Millionen Nutzer: Metas Muse gewinnt in nur sechs Wochen rasant an Reichweite.
- 19,6 Milliarden Dollar: So viel setzte Amazon im dritten Quartal mit Werbung um.
- 400 Millionen Kunden: Amazons eigener Einkaufsassistent Alexa for Shopping hat eine enorme Nutzerbasis.
Das Geschäftsmodell von Amazon ist eng mit der Produktsuche verknüpft. Händler bezahlen dafür, dass ihre Angebote prominent in den Suchergebnissen erscheinen. Doch genau dieses Prinzip könnte Muse aushebeln. Der KI-Agent vergleicht eigenständig Preise und kann Bestellungen übernehmen. Gesponserte Produkte spielen dabei kaum eine Rolle.
Amazon reagierte bereits im September und sperrte Metas Agenten aus Sicherheitsgründen von seiner Plattform aus. Walmart und Shopify verfolgen dagegen einen offeneren Ansatz und ermöglichen Muse den Einkauf. Der Blick auf die Werbezahlen macht die Dimension deutlich: Amazon steigerte seine Werbeerlöse im dritten Quartal um zwölf Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar. Meta legte mit seinem Anzeigengeschäft um 25,9 Prozent auf rund 63,1 Milliarden Dollar zu. Googles Suchgeschäft wuchs ebenfalls um zwölf Prozent auf 63,35 Milliarden Dollar. Der Wettbewerb um die digitale Produktsuche verschärft sich.
Jassy bleibt gelassen – die Aktie unter Druck
Amazon-Chef Andy Jassy sieht bislang keine spürbaren Auswirkungen auf das Werbegeschäft. Zudem verweist er auf die hauseigene Lösung: Alexa for Shopping wurde innerhalb der vergangenen zwölf Monate von mehr als 400 Millionen Kunden genutzt. Für das vierte Quartal stellt Amazon wieder ein Werbewachstum im oberen Zehner-Prozentbereich in Aussicht.
An der Börse bleibt die Aktie dennoch angeschlagen. Mit 240,35 Dollar notiert sie unter ihrer 200-Tage-Linie bei 243,40 Dollar. Das Freitagstief bei 229,36 Dollar bildet die nächste wichtige Unterstützung. Erst oberhalb von 260 Dollar würde sich das Chartbild wieder aufhellen.
Der Black Friday am 27. November wird zum nächsten Gradmesser. Entscheidend ist, ob Amazon sein Werbewachstum verteidigen kann, während KI-Agenten das Einkaufsverhalten verändern. Vorerst halten Anleger an der laufenden Empfehlung des AKTIONÄR jedoch fest.
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