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11.03.2020 Nikolas Kessler

Während Deutsche Bank und CoBa leiden: Sonderkonjunktur für US-Banken?

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JPMorgan Chase
Trendthema

Die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise trifft die weltweite Bankenbranche hart: Sie gilt als konjunktursensibel und ist von sinkenden Zinsen und steigenden Kreditausfällen besonders betroffen. Einigen Instituten spielt die Aufregung rund um das Virus allerdings auch in die Karten.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg belebt die extreme Volatilität an den Märkten bei den großen US-Investmentbanken das Geschäft: Informierte Kreise berichteten, dass die Erträge aus dem Handel mit Aktenderivaten bei JPMorgan und Citigroup im bisherigen Jahresverlauf bereits rund eine halbe Milliarde Dollar höher lägen als im Vorjahreszeitraum.

Davon entfielen rund 300 Milliarden Dollar auf JPMorgan, wo die zusätzlichen Einnahmen an einem einzigen Handelstag Ende Februar bei 50 Millionen Dollar gelegen hätten. Bei der Citigroup beliefen sich die zusätzlichen Einnahmen demnach auf 150 bis 200 Millionen Dollar. Grund dafür ist eine erhöhte Handelsaktivität, weil Anleger verstärkt auf kurzfristige Kursbewegungen spekulieren und bestehende Positionen absichern.

Niedrige Zinsen und Kreditausfälle als Belastungsfaktoren

Die US-Großbanken sind im Investmentbanking wesentlich besser aufgestellt als Deutsche Bank und Commerzbank und können daher größere Profite aus der hohen Volatilität schlagen. An anderen Stelle leiden sie aber ebenso wie die kleineren deutschen Rivalen.

Um den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus entgegenzuwirken, hat die US-Notenbank Fed den Leitzins in der Vorwoche um 50 Basispunkte gesenkt. Citi-Finanzchef Mark Mason rechnet für das erste Quartal daher mit sinkenden Zinseinnahmen. Das Institut werde deshalb wahrscheinlich zusätzliche Reserven bilden, sagte er am Mittwoch bei einer Investorenveranstaltung.

Darüber hinaus könnte das Virus auch die Gefahr von Kreditausfällen erhöhen und negative Auswirkungen auf das Privatkundengeschäft in Asien haben, so Mason.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Damit plagen die US-Banken ähnliche Sorgen wie ihre deutschen Branchenkollegen. Dies- und jenseits des Atlantiks zählten Bankaktien im turbulenten Handel der letzten Wochen zu den größten Verlierern. Im Zuge der allgemeinen Talfahrt wurden sowohl die Papiere von Citi und JPMorgan als auch die Comeback-Spekulationen bei Deutscher Bank und Commerzbank ausgestoppt. Ein Wiedereinstieg drängt sich aktuell (noch) nicht auf.