Wacker-Neuson-Aktionäre müssen die Übernahme-Hoffnungen vorerst begraben: Die Gespräche mit dem südkoreanischen Mischkonzern Doosan Bobcat werden nicht weitergeführt. An der Börse folgte die Quittung prompt – die Aktie sackt bis zum Mittag um mehr als 22 Prozent ab und ist damit der mit Abstand schwächste Wert im SDAX.
Dabei hatte das Anfang Dezember 2025 gemeldete Interesse der Koreaner den Kurs zunächst kräftig befeuert: Vom Bereich knapp unter 19 Euro ging es zeitweise um bis zu 38 Prozent nach oben, bis auf ein Zwischenhoch von 26,05 Euro. Diese im Dezember eingepreiste Übernahmefantasie ist nun erst einmal aus dem Kurs verschwunden.
Als Gründe für das Aus der Gespräche wurden laut Warburg Research unterschiedliche Preisvorstellungen sowie hohe Finanzierungshürden genannt. Zudem verwies Analyst Stefan Augustin auf koreanische Medienberichte. Jefferies-Analyst Martin Comtesse sieht darüber hinaus einen möglichen Zusammenhang mit Doosans parallelem Bestreben, den südkoreanischen Wafer-Hersteller SK Siltron zu übernehmen.
Comtesse erinnert zudem daran, dass innerhalb eines Jahres bereits zum zweiten Mal Übernahmegespräche rund um Wacker Neuson Schlagzeilen machten – im Juni 2025 war ein möglicher Ausstieg von Großaktionären Thema. Ein weiterer Verkaufsanlauf der Gründerfamilien sei nicht ausgeschlossen, kurzfristig rücke aber wieder das operative Geschäft in den Mittelpunkt. Große Impulse gegenüber dem dritten Quartal erwartet Comtesse fürs Schlussquartal nicht, auch wegen zuletzt deutlich schwächerer Bestellungen aus den USA. Das deutsche Infrastrukturprogramm dürfte sich seiner Einschätzung nach frühestens im zweiten Halbjahr 2026 bemerkbar machen.
Mit dem heutigen Kursrutsch ist die Aktie von Wacker Neuson wieder auf das Niveau von vor Beginn der Übernahmefantasie zurückgerutscht. Anleger, die dem Rat des AKTIONÄR Anfang Dezember gefolgt sind, bei einem Teil der Position Gewinne mitzunehmen, können nun froh sein. Charttechnisch ist es für die Aktie nun wichtig, dass die Novembertiefs nicht unterschritten werden. Für nicht investierte Anleger besteht derzeit kein Handlungsbedarf bei Wacker Neuson. Welche deutschen Nebenwerte stattdessen jetzt unbedingt ins Portfolio gehören, erfahren Sie im Börsendienst Real-Depot. Alles Infos dazu finden Sie hier.
Heute, 11:51