Das geplante Gespräch zwischen Linken-Chef Luigi Pantisano und Vonovia-Vorstandschef Luka Mucic über die Wohnungspolitik in Berlin ist geplatzt. Die Linke sagte das für den Mittag angesetzte Treffen kurzfristig ab. Der Grund: Der Immobilienkonzern habe die Teilnahme eines Journalisten abgelehnt und bestehe auf einem Gespräch hinter verschlossenen Türen.
Pantisano sagte: „Ich bedauere, dass Vonovia die Vereinbarung gebrochen hat.“ Nach seiner Darstellung sei von Anfang an ein unabhängiger Journalist auf Initiative von Vonovia selbst in die Kommunikation eingebunden und Teil der Abmachung gewesen.
Vonovia widerspricht dieser Darstellung. Einer journalistischen Begleitung des vertraulichen Gesprächs habe man von Anfang an nicht zugestimmt, teilte Sprecherin Nina Henckel auf dpa-Anfrage mit. Im Anschluss hätten beide Seiten selbstverständlich öffentlich über den Austausch sprechen können.
Der Konflikt hat eine lange Vorgeschichte. Die Linke hat vor einigen Wochen die Abgeordnetenhauswahl in Berlin gewonnen und will große Immobilienkonzerne vergesellschaften, um die Wohnungskrise in der Hauptstadt zu bekämpfen.
Die Partei greift Vonovia immer wieder direkt an und wirft dem Konzern „unerklärliche Mieterhöhungen, undurchsichtige Nebenkostenabrechnungen oder monatelanges Warten auf längst überfällige Reparaturen“ vor. Pantisano sprach mit Blick auf Vonovia von „organisierter Kriminalität, von Mietenmafia“.
Trotz des geplatzten Termins signalisieren beide Seiten, dass sie grundsätzlich weiterhin zu einem Gespräch bereit sind.
Dass der Gesprächstermin so kurzfristig noch platzt, ist überraschend. Allzuviel hätten sich Anleger davon aber ohnehin nicht erwarten sollen. Vonovia hat unterdessen die Strategie für die Hauptstadt angesichts der Enteignungsdebatte auf den Prüfstand gestellt (siehe hier). Für die Aktie gilt unterdessen unverändert: Sie ist weiter kein Kauf.
Heute, 14:37
Bei Google bevorzugen