Infineon baut keinen einzigen Server-Speicherchip – und verlor am Montag trotzdem 2,8 Prozent auf 57,22 Euro. Auslöser war eine Ankündigung vom Wochenende: Chinas Speicherhersteller CXMT will noch 2026 Serverspeicher mit der dichteren 4F²-Architektur liefern. Jede Speicherzelle braucht dabei vier statt sechs Flächeneinheiten – bis zu 50 Prozent mehr Zellen je Chip. Am Dienstag rollt die zweite Welle, nachdem Micron in New York 3,9 Prozent verlor: Der Kospi bricht um rund sieben Prozent ein, SK Hynix um rund zehn Prozent. Für Infineon ist das ein Stimmungsschlag, kein Angriff auf das Geschäft.
Infineon-Aktie: Wie viel Speicher steckt im Geschäft?
Die kurze Antwort: fast keiner – etwas Flash-Speicher für Autos, aber keinen Serverspeicher. Infineon lebt von Leistungshalbleitern, Mikrocontrollern und Sensoren. Im dritten Geschäftsquartal kam ein Rekordumsatz von 4,17 Milliarden Euro herein, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das Geschäftsjahr peilt der Konzern etwa 16,3 Milliarden Euro an.
Der Ausverkauf trifft eine Aktie, deren Kunden mehr Rechenzentren bauen, nicht weniger – Infineon versorgt KI-Server mit Strom. Ähnlich erging es Aixtron, ebenfalls ohne Speichergeschäft. Fallen die Speicherpreise, schrumpfen die Margen der Speicherhersteller, und die KI-Investitionen geraten unter Rechtfertigungsdruck. CXMT nannte weder Spezifikationen noch ein Lieferdatum – bis jetzt ein Fahrplan, kein Liefernachweis.
Die Infineon-Aktie schloss am Montag bei 57,22 Euro. Widerstand bilden die Hochs von Anfang Oktober bei rund 64,70 Euro. Knapp darüber wartet die 100-Tage-Linie bei 66,29 Euro. Die wichtigste Marke liegt dicht unter dem Kurs: die 200-Tage-Linie bei 56,35 Euro, der Kurs notiert nur 1,55 Prozent darüber. Darunter folgen die Septembertiefs bei etwa 53,30 Euro. Rutscht die Aktie unter die 200-Tage-Linie, wäre der Rücksetzer keine bloße Atempause mehr.
Ob der Auftragsbestand von rund 30 Milliarden Euro trägt, zeigt Infineon voraussichtlich am 10. November mit den Jahreszahlen.
Gegenwind kommt zudem vom Anleihemarkt: US-Zehnjährige rentieren weiter über fünf Prozent. Welche drei Aktien dem Zinsschock trotzen, zeigt DER AKTIONÄR 42/26: "Zinsschock: Diese 3 Aktien trotzen dem Druck."
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Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Infineon befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 07:08
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