Die Berliner Linke hat die Abgeordnetenhauswahl mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Mit 25,7 Prozent setzte sich die Partei vor der CDU mit 18,8 Prozent und der AfD mit 16,3 Prozent durch. Für die Immobilienbranche ist das Ergebnis von besonderer Bedeutung: Die Linke hatte im Wahlkampf die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne zu einem zentralen Thema gemacht.
Für die Vonovia-Aktie ist das Wahlergebnis daher ein Belastungsfaktor. Die Berliner Linke will an ihrem Vorhaben festhalten, große Wohnungsunternehmen zu vergesellschaften. Spitzenkandidatin Elif Eralp bekräftigte nach der Wahl, die Forderung auch in möglichen Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD durchsetzen zu wollen.
Dabei geht es nicht um ein kleines Randthema. Die Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen ist in Berlin besonders stark vertreten. Insgesamt kommt Vonovia in der Hauptstadt auf rund 138.000 Wohnungen im strategischen Bestand, die zum 30. Juni einen Verkehrswert von rund 23,5 Milliarden Euro hatten.
Mucic trifft Pantisano
Vor der Wahl hatte Vonovia das Gespräch mit Linkenchef Luigi Pantisano gesucht. Der Konzern wollte den Vorwürfen der Partei entgegentreten und darauf hinweisen, dass die Wohnungsprobleme Berlins nicht einzelnen Unternehmen angelastet werden könnten. Pantisano nahm die Einladung an. Das Treffen mit Vonovia-Chef Luca Mucic ist für den 13. Oktober vorgesehen.
Der Ton dürfte dabei trotz des Gesprächsversuchs scharf bleiben. Pantisano hatte angekündigt, sich der „direkten Konfrontation mit den Köpfen der Mietmafia“ zu stellen. Vonovia wiederum verweist auf den eigenen Beitrag zum Berliner Wohnungsmarkt. Nach Angaben von Mucic hat der Konzern seit 2013 rund 6.000 neue Wohnungen in Berlin gebaut, weitere rund 1.000 befinden sich demnach aktuell im Bau.
Entscheidend ist, ob Vonovia mit der neuen politischen Führung einen Dialog über Investitionen und bezahlbaren Wohnraum aufbauen kann – oder ob die Vergesellschaftungspläne zum zentralen Konflikt werden. Anleger machen daher weiterhin einen Bogen um die Vonovia-Aktie
Heute, 08:35
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