Vonovia versucht sich zu Wochenbeginn an einer Gegenbewegung. Leichter Rückenwind kommt von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Der Prognoseschreck der vergangenen Woche ist bereits fast wieder vollständig verdaut. Ist damit nun endlich der Boden gefunden und die Aktie wieder ein Kauf?
Goldman Sachs hat zwar das Kursziel für Vonovia von 18,40 auf 18,20 Euro gesenkt, aber die Einstufung der Aktie auf „Neutral“ belassen. Zudem liegt das Kursziel noch immer ein Stück über dem aktuellen Kurs.
Der neue Ausblick des Immobilienkonzerns rücke die Balance zwischen Wachstum, Ausschüttungen und Schuldenabbau stärker in den Fokus, schrieb Jonathan Kownator in seinem Resümee der Neunmonatszahlen. Das Risiko der Vergesellschaftung von Wohnungen in Berlin bleibe zudem präsent.
Zuversichtlicher ist Deutsche Bank Research. Analyst Thomas Rothaeusler sieht in der Aktie weiter einen Kauf und gibt ein Kursziel von 25,00 Euro aus. Zwar hätten sich die Aussichten eingetrübt. Davon dürfte allerdings niemand sonderlich überrascht sein.
Hintergrund ist der vorsichtigere Geschäftsausblick, mit dem Vonovia die Aktionäre am vergangenen Donnerstag verschreckt hat. Die Aktie des größten deutschen Wohnimmobilienkonzerns sackte in Reaktion auf den eingetrübten Ausblick zeitweise bis auf 15,26 Euro ab. Damit erreichten sie den tiefsten Stand seit März 2014.
Zu Wochenbeginn arbeitet sich die Aktie zumindest wieder an den Stand vor dem Prognoseschreck heran. Seit Jahresbeginn bedeutet das aber immer noch ein Minus von 32 Prozent.
Dass die Anleger den Prognoseschreck so schnell verdaut haben, deutet darauf hin, dass die Aktie allmählich Boden gefunden hat. Dennoch: Das Umfeld bleibt riskant. Die Linke treibt die Koalitionsverhandlungen in Berlin voran und die Zinsen dürften weiter steigen. In diesem Umfeld ist eine starke Aufwärtsbewegung schwer vorstellbar. Anleger meiden die Aktie daher auch weiterhin.
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