Qualcomm liefert ein Quartal am oberen Ende der eigenen Prognose und erstmals rund zwei Milliarden Dollar Umsatz mit Autochips. Trotzdem fällt die Aktie nachbörslich um 7,52 Prozent auf 160,16 Dollar. Den Ausschlag gibt der Gewinnausblick für das Dezemberquartal.
Im vierten Geschäftsquartal setzte Qualcomm bereinigt 10,44 Milliarden Dollar um, rund sieben Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als die erwarteten 10,1 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf mit 2,17 Dollar knapp den Konsens von 2,16 Dollar. Der Umsatz mit Smartphone-Chips brach um 26 Prozent auf 5,14 Milliarden Dollar ein, weil teurer Speicher die Handynachfrage drückt und das Apple-Geschäft ausläuft. Autochips legten um 89 Prozent auf 1,99 Milliarden Dollar zu.
Qualcomm-Aktie: Warum der Ausblick bremst
Für das Dezemberquartal stellt Qualcomm 10,4 bis 11,2 Milliarden Dollar Umsatz und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,15 bis 2,35 Dollar in Aussicht. Die Mitte von 2,25 Dollar liegt unter den erwarteten 2,27 bis 2,32 Dollar. Die Marge der Chipsparte QCT sinkt von 24 auf 20 bis 22 Prozent. Das sind in der Mitte genau die drei Prozentpunkte, die das Rechenzentrum mit Investitionen vor dem Umsatzhochlauf kostet, es zählt ab sofort zu QCT. Preiserhöhungen gegen teurere Wafer und Speicher greifen erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 voll.
Das Rechenzentrum soll schon im Dezemberquartal mehr als 650 Millionen Dollar umsetzen, im Geschäftsjahr 2027 fünf Milliarden. Dazu kommt Qualcomms bislang größter 5G-Auftrag: Für das US-Mobilfunknetz der SpaceX-Sparte Starlink Mobile liefert Qualcomm Funktechnik und Software für Zehntausende Standorte. Aufbau ab 2027, Umsatz vor allem im Geschäftsjahr 2028, Vertragszahlen nennen beide nicht. Der Ausblick zeigt Kosten vor dem Umsatz, keine schwache Nachfrage.
Nach einem Schluss bei 173,19 Dollar, 5,33 Prozent im Plus, notiert die Aktie nachbörslich mit 160,16 Dollar 5,59 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 169,65 Dollar und 10,1 Prozent unter der 50-Tage-Linie bei 178,23 Dollar. Damit fällt sie auch unter den Aufwärtstrend seit dem Apriltief bei 121,99 Dollar. Oben begrenzt der Abwärtstrend seit dem Jahreshoch, das bei 259,92 Dollar liegt. Bestätigt der reguläre US-Handel heute den Bruch unter die 200-Tage-Linie, rückt das Augusttief als nächste Haltezone in den Blick.
Qualcomm hat das Quartal geliefert, nicht aber den Ausblick, den der Markt sehen wollte. Schwaches Handygeschäft und teure Vorleistungen fürs Rechenzentrum drücken die Marge, bevor Rechenzentrum und Starlink spürbar Umsatz bringen. Bis dahin entscheidet die 200-Tage-Linie, ob der Kurs den Bruch vom Mittwochabend schnell zurückholt.
Qualcomm ist keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR, bei SpaceX bleibt DER AKTIONÄR am Start.
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