Der Rüstungskonzern Renk hat im dritten Quartal erneut kräftig zugelegt. Vor allem der Auftragseingang entwickelte sich dynamisch. Umsatz und operatives Ergebnis trafen weitgehend die Erwartungen der Analysten. Dennoch steht die Aktie unter Druck. Der Grund: Die deutliche Prognosekappung beim Branchenprimus Rheinmetall belastet den gesamten Rüstungssektor.
- Auftragseingang: 469 Millionen Euro nach 325 Millionen Euro im Vorjahr – ein Plus von rund 44 Prozent.
- Umsatz: 345 Millionen Euro gegenüber erwarteten 345,9 Millionen Euro.
- Bereinigtes EBIT: 61 Millionen Euro statt prognostizierter 60,2 Millionen Euro. Die Marge lag mit 17,6 Prozent über dem Konsens von 17,4 Prozent.
Auftragsbestand erreicht Rekordniveau
Besonders stark präsentiert sich das Neunmonatsergebnis. Der Auftragseingang kletterte um 33,6 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte zum Ende des dritten Quartals 7,6 Milliarden Euro und damit einen neuen Höchststand. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,7 zeigt, dass Renk deutlich mehr Aufträge hereinholt, als das Unternehmen abarbeitet.
Der Umsatz legte in den ersten neun Monaten um 5,8 Prozent auf 982 Millionen Euro zu und lag damit praktisch auf Höhe der Analystenschätzungen von 983 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT verbesserte sich um 12,7 Prozent auf rund 159 Millionen Euro. Erwartet worden waren 158 Millionen Euro.
Rheinmetall zieht die Branche nach unten
Dass die Renk-Aktie trotz der soliden Zahlen nicht durchstartet, liegt auch am schwachen Branchenumfeld. Rheinmetall schockte Anleger mit einer gekappten Umsatzprognose und einem schwächeren Ausblick. Das kräftige Minus beim DAX-Konzern zieht auch andere Rüstungswerte nach unten. Anleger hinterfragen derzeit offenbar, wie schnell die hohen Auftragsbestände tatsächlich in Umsatz und Gewinn umgewandelt werden können.
Bei Renk bleibt der Wachstumskurs unterdessen intakt. Für 2026 bestätigte das Management die Prognose von rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz und einem bereinigten EBIT zwischen 240 und 255 Millionen Euro.
Renk liefert solide Zahlen und überzeugt vor allem mit dem Rekordauftragsbestand. Die Rheinmetall-Schwäche sorgt allerdings für Gegenwind. Die Aktie ist keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Renk.
Heute, 09:28
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