Europas Aufrüstung läuft auf vollen Touren, und Hensoldt profitiert spürbar davon. Der im MDAX notierte Rüstungselektronikspezialist hebt seine Erwartungen für 2026 leicht an. Der Umsatz soll nun rund 2,8 Milliarden Euro erreichen, bislang hatte der Konzern etwa 2,75 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Marge auf Basis des bereinigten Ebitda dürfte bei rund 19 Prozent liegen, nachdem zuvor 18,5 bis 19 Prozent eingeplant waren.
Beim Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz visiert Hensoldt das obere Ende der Spanne von 1,5 bis 2,0 an. Dies teilte das Unternehmen am Donnerstagmorgen mit.
Die Zahlen der ersten neun Monate des laufenden Jahres untermauern diesen Kurs. Substanzielle Investitionen Deutschlands und weiterer europäischer Länder sorgen für eine lebhafte Nachfrage nach Sensor-, Optronik- und Softwarelösungen. Der Konzernumsatz legte um gut 21 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) kletterte um ein Drittel auf 281 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich von 13,7 auf 15,1 Prozent. Der Auftragseingang schnellte um fast 77 Prozent auf 3,56 Milliarden Euro nach oben. Damit erreicht der Auftragsbestand einen Rekordwert von 10,36 Milliarden Euro. Unterm Strich fielen die Zahlen besser aus, als es die Analysten erwartet hatten.
Oliver Dörre, CEO von Hensoldt, erklärt: „Die strukturell hohen Verteidigungsausgaben in Deutschland und Europa füllen weiter unsere Auftragsbücher. Das schlägt sich jetzt zunehmend auch im Umsatz nieder, wie unsere Neunmonatszahlen zeigen. Für unsere Kunden wird immer wichtiger, wie schnell neue Fähigkeiten bei den Streitkräften ankommen – und in welcher Menge und Qualität. Hier zeigen unsere Investitionen in zusätzliche Kapazitäten Wirkung: Wir fertigen und liefern deutlich mehr.“
Die Aktie von Hensoldt hat zuletzt seitwärts tendiert. Derzeit kämpft das Papier mit der 200-Tage-Linie. Diese gilt es zu verteidigen. Mit den heutigen Zahlen dürfte es in jedem Fall Unterstützung verleihen, auch wenn Rüstungswerte derzeit etwas unter Druck stehen. Die Aktie ist auch im European Defence Index vertreten, durch den man einfach und breit gestreut in europäische Rüstungs-Player investieren kann. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
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