Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia profitiert weiter von steigenden Mieteinnahmen. Zudem entwickelte sich das Geschäft mit Zusatzdienstleistungen deutlich besser, wie der DAX-Konzern bei der Vorlage endgültiger Zahlen mitteilte. Ganz ohne negative Nachrichten ging es aber auch heute nicht.
- Die durchschnittliche Monatsmiete stieg um 3,5 Prozent auf 8,57 Euro pro Quadratmeter.
- Höhere Zinsen und der Iran-Konflikt bremsen Wohnungsverkäufe und Neubaugeschäft.
- Finanzchef Philip Grosse will seinen Vertrag nicht verlängern.
Vonovia-Chef Luka Mucic sieht eine unverändert hohe Nachfrage nach bezahlbaren und modernisierten Wohnungen. Im Schnitt steigerte Vonovia die Monatsmiete in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres auf 8,57 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 3,5 Prozent. In Deutschland lag die durchschnittliche Miete bei 8,41 Euro pro Quadratmeter, 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Zahlen und Ausblicke, die Vonovia bereits vor einer Woche in Eckdaten angedeutet hatte, wurden bestätigt. Wegen der höheren Zinsen gab sich der Konzern für das laufende Jahr und 2028 allerdings vorsichtiger.
Weniger gut lief es für die Bochumer beim Verkauf von Wohnungen und im Neubaugeschäft. Dort schlugen die in den vergangenen Monaten gestiegenen Zinsen durch. Ende September gehörten Vonovia 527.488 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich. Das waren gut 5.000 Wohnungen weniger als ein Jahr zuvor.
Konkret verkaufte Vonovia in den ersten neun Monaten Immobilien im Wert von rund 900 Millionen Euro. Höhere Finanzierungskosten bremsen den Fortschritt bei den Verkäufen, was sich auch auf die Ergebnisse in diesen Segmenten auswirkt.
Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten haben sich die Finanzierungsbedingungen dem Konzern zufolge deutlich verschlechtert. Seit Anfang September sind zudem die Zinsen nochmals spürbar gestiegen. Käufer werden daher zurückhaltender, sodass Verkaufsprozesse länger dauern.
Zudem gab es eine neue Personalie. Finanzchef Philip Grosse will seinen Ende 2027 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Er habe den Aufsichtsrat früh informiert, damit genug Zeit für die Nachfolge bleibt. Vonovia zeigt sich zuversichtlich, zeitnah einen Nachfolger zu benennen.
Dass es bei den Verkäufen hakt, überrascht kaum. Auch sonst gab es bei den heutigen Zahlen nichts Überraschendes. Es bleibt daher dabei: Die Aktie könnte auf dem aktuellen Niveau einen Boden gefunden haben. Für eine schnelle Kursreaktion nach oben fehlen aber die Trigger: Das Zinsumfeld bleibt belastend. Hinzu kommt die anhaltende Enteignungsdebatte in Berlin. Anleger greifen deshalb weiter zu anderen Aktien.
Heute, 07:45
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