Der Gegenwind bei Vonovia reißt nicht ab. Am heutigen Donnerstag sorgt ein Analystenkommentar für Aufsehen. JPMorgan hat zwar die Kaufempfehlung bestätigt, aber das Kursziel massiv gesenkt. Noch schlimmer: Die US-Großbank bringt eine Dividendensenkung des Wohnungskonzerns ins Spiel.
- JPMorgan senkt das Kursziel für Vonovia von 34,50 auf 26,00 Euro.
- Verkäufe im Wert von rund einer Milliarde Euro könnten den Schuldenabbau finanzieren.
- Ansonsten drohe eine Senkung bei der Dividende.
JPMorgan hat das Kursziel für Vonovia von 34,50 auf 26,00 Euro zusammengestrichen. Das entspricht einer Kürzung um knapp ein Viertel. Die Einstufung „Overweight“ bestätigte Analyst Neil Green zwar. Für den Immobilienkonzern ist die neue Zielmarke dennoch der nächste Nackenschlag – auch wenn sie weiterhin deutlich über dem aktuellen Kurs liegt.
Green zufolge sind Anleger zunehmend frustriert. Trotz des deutlichen Kursrückgangs fehle der Aktie bislang die nötige Zugkraft. Auch die Zinsentwicklung mache den Weg zum neuen Kursziel weit. Damit passt die Einschätzung ins derzeit schwierige Bild: Anleger halten sich bei Vonovia zurück.
Eine mögliche Unterstützung sieht JPMorgan in Verkäufen von Unternehmensteilen. Vonovia könnte Aktivitäten im Wert von rund einer Milliarde Euro abgeben und den Erlös zum Schuldenabbau einsetzen. Das würde die Bilanz entlasten und könnte der Investmentstory neuen Schwung verleihen. Bleiben größere Transaktionen aus, hält Green auch eine Senkung der Dividende für möglich.
Damit steht JPMorgan nicht allein mit einer kritischeren Sicht auf die Aktie. Anfang September hatte auch Goldman Sachs den Rotstift angesetzt: Die US-Investmentbank senkte ihr Kursziel ebenfalls massiv von 29,90 auf 21,20 Euro und stufte Vonovia sogar von „Buy“ auf „Neutral“ ab.
JPMorgan bleibt trotz der Risiken optimistisch. Green verweist auf die niedrige Bewertung und die Robustheit des deutschen Wohnimmobilienmarktes. Entscheidend dürfte nun sein, ob Vonovia mit konkreten Verkäufen und weiterem Schuldenabbau Vertrauen zurückgewinnen kann.
Die massive Kurszielsenkung an sich ist schon ärgerlich genug. Das im Analystenupdate genannte Szenario einer sinkenden Dividende umso mehr. Sollte sie tatsächlich gekürzt werden, dürfte es zu einer weiteren Flucht aus der Aktie kommen. Genau das wird Vonovia aber verhindern wollen – und solange es in Berlin nicht tatsächlich zu Enteignungen kommt, sollte das auch gelingen. Die Dividendenrendite von 7,1 Prozent allein ist aber kein ausreichendes Argument für einen Kauf. Anleger meiden Vonovia daher unverändert.
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Heute, 14:46
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