++ Dip als Kaufchance ++

Vonovia: Dreht jetzt das Bild?

Vonovia: Dreht jetzt das Bild?
Foto: 2020 Simon Bierwald / INDEED Photography / Vonovia
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Michael Herrmann Heute, 14:19 Michael Herrmann

Vonovia hat am Montag kurzzeitig wieder Lebenszeichen gesendet. Dazu kommen neue Analystenstimmen von Goldman Sachs und Bernstein. Nach den jüngsten Kursgewinnen stellt sich nun die Frage, wie stark sich das Bild wirklich verbessert hat – und ob die Aktie des deutschen Wohnungsriesen nun wieder ein Kauf ist.

Das Wichtigste kurz und knapp

• Vonovia sprang am Montag zeitweise auf 21,14 Euro an.

• Goldman Sachs bestätigt „Buy“ und sieht 34,20 Euro Kursziel.

• Das Chartbild bleibt dennoch eingetrübt.

Die Vonovia-Aktie hat in den beiden vergangenen Handelstagen neue Stärke gezeigt. Am gestrigen Montag sprang der DAX-Titel zeitweise auf 21,14 Euro an. Ganz kann sie dieses Niveau in der Folge nicht halten. Dennoch steht seit Freitag weiter ein deutliches Plus zu Buche.

Am Dienstag stehen zwei frische Analystenkommentare im Fokus. Bernstein Research hat die Einstufung für Vonovia auf „Market-Perform“ belassen. Das Kursziel liegt mit 26,50 Euro ein gutes Stück über dem aktuellen Kurs. Analystin Pujarini Ghosh verweist zwar auf sinkende Einkaufsmanagerindizes in allen größeren Märkten. Diese belegten kurzfristig schwache Perspektiven für die Baubranche.

Gleichzeitig sieht Bernstein aber auch erste Anzeichen einer Erholung. Baugenehmigungen und Baubeginne sprächen für eine beginnende, regional jedoch ungleichmäßige Belebung. Besonders in Kontinentaleuropa seien positive Signale zu erkennen. Bei Vonovia befinde sich zudem das Verkaufssegment auf einem starken Wachstumspfad.

Noch optimistischer bleibt Goldman Sachs. Die US-Investmentbank hat das Kursziel für Vonovia zwar leicht von 34,30 auf 34,20 Euro gesenkt. Die Einstufung lautet aber unverändert „Buy“. Zudem steht die Aktie weiter auf der „Conviction Buy List“ der Bank.

Analyst Jonathan Kownator passte sein Bewertungsmodell an aktuelle Marktdaten und die Nachrichtenlage an. Der operative Trend sei positiv. Gleichzeitig sorge die Wahl des Berliner Senats im September aus seiner Sicht für Verunsicherung, da sich ein knappes Rennen abzeichnet.

Interessant ist zudem ein weiterer Punkt: Laut Goldman hat sich die Vonovia-Aktie zuletzt klar von ihrer üblicherweise negativen Korrelation mit der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen abgekoppelt. Normalerweise stehen Immobilienwerte stark unter Druck, wenn die Renditen steigen. Dass Vonovia zuletzt nicht mehr so eng an diesem Muster hing, ist zumindest ein kleiner Lichtblick.

Der Blick auf den Chart mahnt dennoch zur Vorsicht. Die Aktie liegt weiter unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der GD 20 verläuft aktuell bei 21,01 Euro, der Abstand beträgt minus 1,2 Prozent. Zum GD 38 bei 21,75 Euro fehlen 4,6 Prozent. Noch wichtiger ist der GD 50 bei 22,13 Euro, zu dem der Abstand aktuell 6,2 Prozent beträgt.

Auch die längerfristigen Linien bleiben weit entfernt. Der GD 100 liegt bei 23,44 Euro, der Abstand beträgt 11,4 Prozent. Der GD 200 verläuft bei 24,57 Euro und liegt damit 15,5 Prozent über dem aktuellen Kursniveau. Das zeigt: Der übergeordnete Trend ist unverändert negativ.

Für einen Neueinstieg reicht die jüngste Bewegung daher noch nicht. Entscheidend wäre nun zumindest ein nachhaltiger Sprung über den GD 50. Erst dann würde sich das Chartbild spürbar aufhellen. Solange dieser Schritt ausbleibt, bleibt das Risiko eines erneuten Rücksetzers erhöht.

Vonovia (WKN: A1ML7J)

Die Analystenkommentare liefern zwar Argumente für die Bullen. Vor allem Goldman Sachs sieht weiterhin deutliches Potenzial. DER AKTIONÄR bleibt dennoch vorsichtig. Das Chartbild ist zu schwach, die wichtigen Hürden liegen weiter über dem Kurs. Die Vonovia-Aktie bleibt somit vorerst kein Kauf. Anleger warten mindestens den Sprung über den GD 50 ab.

FAQs zur Vonovia-Aktie

Warum steht die Vonovia-Aktie unter Druck?

Die Aktie leidet vor allem unter dem wieder gestiegenen Zinsniveau, höheren Finanzierungskosten und der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Immobilienbewertungen.

Was ist der wichtigste Faktor für Vonovia?

Neben der operativen Entwicklung ist die Zinsentwicklung entscheidend. Sinkende Zinsen würden Finanzierungskosten und Immobilienbewertungen entlasten.

Welche Kennzahlen sind bei Vonovia besonders wichtig?

Anleger sollten vor allem auf die Entwicklung der Mieteinnahmen, die Finanzierungskosten, den Verschuldungsgrad und die Immobilienbewertungen achten.

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