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18.03.2021 Jochen Kauper

Volkswagen-Stammaktien spielen verrückt – was steckt dahinter?

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Volkswagen St.

Die Stammaktien von Volkswagen haben in den letzten Tagen auffällige Kursausschläge nach oben gezeigt. In der Spitze legten die mit Stimmrechten versehen Papiere des VW-Konzerns seit dem „Power Day“ am Montag um 40 Prozent auf 368 Euro zu. Zum Vergleich. Die Vorzugsaktien kommen im selben Zeitraum auf ein Plus von 22 Prozent.


Zwischenzeitlich haben die Stämme von VW den höchsten Stand seit 2008 erreicht. Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien notieren derweil "nur" auf dem Niveau von 2015.

Volkswagen St. (WKN: 766400)

Über die genauen Gründe für die enorme Stärke der Stämme herrscht am Markt Rätselraten. Fest steht, dass sich der Abstand zwischen Stämmen und Vorzügen seit Monatsbeginn deutlich ausgeweitet hat. Ein Grund wird in der Nachfrage der US-Anleger nach den dort handelbaren Volkswagen Hinterlegungsscheinen (ADR) gesehen, die in Stämmen besichert seien. Tags zuvor habe es im US-Handel einen erneuten Umsatzrekord bei VW ADRs gegeben.


Sicher ist, dass hinter der Stärke der Stämme nicht nur das Interesse von Privatanlegern steckt. „Es gibt im Handel eine oft umgesetzte Handelsstrategie Stammaktien gegen Vorzugsaktien zu handeln. Entsprechend wurden die Stammaktien verkauft und die Vorzugsaktien gekauft. Dieser Spread-Trade muss nun aufgelöst werden und trifft nun auf eine zusätzliche Nachfrage nach den Stammaktien von überwiegend angelsächsischen Investoren. Diese kaufen insbesondere die Stammaktien von Volkswagen, da die institutionellen Investoren aus den USA die Stimmrechte für Ihre Investments haben wollen. Angetrieben wurde diese hohe Nachfrage wiederum durch die strategisch klare Ausrichtung der Volkswagen AG, welche nun als direkter Konkurrent von Tesla gesehen wird und entsprechende Neubewertungen erfährt. Entsprechend stark ist der Kaufdruck bei den Investoren und in den Stammaktien“, sagt Markt-Experte Andreas Lipkow von der comdirect gegenüber dem AKTIONÄR.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Durch den jüngsten Anstieg hat Volkswagen SAP als wertvollsten Konzern im DAX abgelöst. Die Strategie stimmt. Die E-Autos von VW treffen den Nerv der Zeit und auch in punkto Software macht VW Boden auf die Konkurrenz gut. Anleger setzen weiterhin auf die Vorzugsaktie. Rücksetzer bieten Kaufchancen. VW kommt derzeit auf einen Börsenwert von 147 Milliarden Euro. Tesla bringt es auf 567 Milliarden Euro. Das Spiel kann beginnen. DER AKTIONÄR erhöht das Kursziel für die Vorzüge auf 260 Euro!