Die US-Börsen haben sich am Montag deutlich von ihren frühen Verlusten erholt. Nachdem die Märkte zunächst mit deutlichen Abschlägen auf die Angriffe der USA und Israels auf Iran sowie die folgenden Gegenschläge reagiert hatten, drehten der S&P 500 und der Nasdaq Composite gegen Handelsmitte ins Plus. Der Dow Jones reduzierte seine Verluste spürbar.
Im Fokus bleibt der Ölpreis – und damit die Inflationsperspektive. Brent verteuerte sich zwischenzeitlich um bis zu 13 Prozent auf über 82 Dollar je Barrel, fiel zuletzt jedoch wieder unter 78 Dollar zurück. WTI notierte knapp unter 71 Dollar.
Der Iran ist der viertgrößte Produzent innerhalb der OPEC. Zusätzliche Sorgen bereitet Investoren eine mögliche länger anhaltende Blockade der Straße von Hormus, wo der Tankerverkehr zuletzt zum Stillstand kam.
Entsprechend gefragt waren Energiewerte wie ExxonMobil. Auch Rüstungsaktien wie Lockheed Martin legten zu. Unter Druck standen dagegen Reise- und Luftfahrtwerte wie Norwegian Cruise Line, Carnival oder auch Delta Air Lines.
Der Nasdaq führte die Erholung an und gewann rund 0,2 Prozent. Schwergewichte wie Nvidia mit einem Plus von rund drei Prozent und Microsoft mit einem Anstieg von etwa zwei Prozent stützen den Index. Palantir springt um rund sieben Prozent nach oben. Das Unternehmen profitiert von einer starken Nachfrage aus dem US-Verteidigungssektor – das Geschäft mit US-Behörden wuchs zuletzt deutlich.
Gold zog zeitweise auf 5.400 Dollar je Unze an, gab einen Teil der Gewinne jedoch wieder ab. JPMorgan sieht für das Edelmetall eine zusätzliche Risikoprämie von bis zu 10 Prozent. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen stiegen, da Investoren angesichts höherer Ölpreise ihre Erwartungen an baldige Zinssenkungen zurückschraubten.
Auch Bitcoin erholte sich und legte um rund vier Prozent auf 69.000 Dollar zu.
Die Märkte zeigen sich widerstandsfähig. Entscheidend bleibt kurzfristig, ob sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzt – und ob der Ölpreis weiter anzieht.
Heute, 19:56