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Trump‑Zölle: Das müssen Anleger jetzt wissen

Trump‑Zölle: Das müssen Anleger jetzt wissen
Foto: Sora
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Jan-Paul Fóri Heute, 09:02 Jan-Paul Fóri

Eigentlich schien alles geklärt: Donald Trump hatte zahlreiche Handelsabkommen geschlossen, der Zollstreit galt als beigelegt. Doch zum Wochenauftakt rücken erneut Zollsorgen in den Fokus. Auslöser: Das oberste Gericht der USA hatte noch vor dem Wochenende mehrere von Trump verhängte Zölle gekippt. Die Reaktion folgte prompt – Trump kündigte umgehend neue Abgaben an. Ein Lagebericht.

Wie DER AKTIONÄR berichtete, hatte der Supreme Court am Freitag entschieden, dass der Präsident seine Befugnisse überschritten hat, als er unter Berufung auf ein Notstandsgesetz umfangreiche Zölle gegen zahlreiche Länder weltweit verhängte. Daraufhin legten vor allem Aktien aus der Automobilbranche sowie dem E-Commerce-Sektor deutlich zu.

Doch die Freude währte nur kurz: Trump kündigte umgehend Gegenmaßnahmen an. Auf Basis einer anderen gesetzlichen Grundlage verhängte er per präsidialer Anordnung einen weltweiten Zusatzzoll von zehn Prozent auf Importe in die USA. Am Wochenende erhöhte er die Abgaben sogar noch auf 15 Prozent.

In dem dadurch verursachten Trubel versuchen hochrangige US-Regierungsvertreter nun, zu beschwichtigen. Die mit Handelspartnern ausgehandelten Abkommen sollen durch die Niederlage Trumps nicht automatisch wertlos sein. Stattdessen sagte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Sonntag in der CBS-Sendung „Face the Nation“, dass die mit der EU, Japan und Südkorea geschlossenen Abkommen in Kraft bleiben würden. 

„Wir stehen zu ihnen. Und wir erwarten, dass auch unsere Partner zu ihnen stehen“, sagte Greer zum Status quo der Handelsabkommen. Auf Autos aus der EU werden somit wie auf alle Waren 15 Prozent fällig, auf Autoteile für Nutzfahrzeuge aus der EU hingegen 50 Prozent. 

Auch für China bleibt die Lage deutlich verschärft. Auf chinesische Waren erheben die USA im Durchschnitt rund 40 Prozent Zoll. Diese Maßnahmen basieren nicht auf dem vom Obersten Gericht kassierten Notstandsgesetz und bleiben daher vorerst bestehen. Zusätzlich laufen weitere Untersuchungen zu chinesischen Handelspraktiken.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

In Europa nimmt man die neuen Zölle mit Gelassenheit auf: Ich hoffe, dass das klargestellt wird und ausreichend durchdacht ist, sodass wir nicht erneut vor zusätzlichen Herausforderungen stehen und die Vorschläge mit der Verfassung und dem Gesetz im Einklang stehen“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde ebenfalls in der CBS-Sendung „Face the Nation“. 

Bundeskanzler Friedrich Merz will die angekündigten US-Zölle auf Importe aus der Europäischen Union direkt mit Präsident Donald Trump erörtern. Im ARD-Fernsehen erklärte Merz, man müsse den Dialog mit der amerikanischen Regierung suchen. In gut einer Woche werde er nach Washington reisen. Zuvor seien jedoch innerhalb der EU Abstimmungen notwendig, um eine klare gemeinsame Linie festzulegen. Mit einer abgestimmten europäischen Position wolle er dann in die Gespräche in den USA gehen.

Die Turbulenzen dürften die Börse in Atem halten. Trotzdem bleibt DER AKTIONÄR zuversichtlich und informiert zeitnah über die weitere Entwicklung. Vorerst sollten Anleger jedoch Ruhe bewahren. Im Interview mit Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, beleuchtet AKTIONÄR-Moderatorin Nadine Hofmann zudem welche Rolle Handelspolitik und geopolitische Risiken für die weitere Konjunkturentwicklung spielen. Hier geht es zum Video. 

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