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Trump macht Drohungen wahr: JPMorgan und CEO Jamie Dimon verklagt

Trump macht Drohungen wahr: JPMorgan und CEO Jamie Dimon verklagt
Foto: lentamart/Shutterstock
JP Morgan Chase & Co. -%
Julian Weber Heute, 20:05 Julian Weber

Der Konflikt zwischen Donald Trump auf der einen und JPMorgan sowie CEO Jamie Dimon auf der anderen Seite spitzt sich zu. Nach monatelanger Kritik am sogenannten Debanking zieht der US-Präsident vor Gericht. Es geht um politische Motive, geschlossene Konten und Milliardenforderungen. Sowie eine Grundsatzfrage für den Bankensektor.

Trump verschärft den seit Jahren schwelenden Konflikt mit JPMorgan Chase und Konzernchef Jamie Dimon. Wie vor wenigen Tagen in einem seiner Social-Media-Posts angekündigt, hat der US-Präsident nun die größte Bank des Landes und ihren Vorstandsvorsitzenden im Bundesstaat Florida verklagt. Trump fordert mindestens fünf Milliarden Dollar Schadenersatz. Hintergrund ist die Schließung seiner privaten und geschäftlichen Konten Anfang 2021 nach jahrzehntelanger Geschäftsbeziehung.

Die Kündigung erfolgte rund sieben Wochen nach dem Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol am 6. Januar 2021. Trump war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Amt, seine politische Stellung galt als geschwächt. Laut Klageschrift beendete JPMorgan die Geschäftsbeziehung ohne Vorwarnung oder konkreten Anlass. Dies habe erhebliche finanzielle und reputative Schäden verursacht.

Vorwürfe von Donald Trump

Trump wirft der Bank vor, ihn aus politischen und gesellschaftlichen Gründen aus dem Finanzsystem gedrängt zu haben. In der Klage ist von ideologisch motivierten Entscheidungen und sogenannten „woke“ Überzeugungen die Rede. JPMorgan habe geglaubt, der politische Zeitgeist begünstige eine Distanzierung von Trump und seinen konservativen Positionen. Neben der Kontoschließung soll die Bank Trump, die Trump Organization und Familienmitglieder zudem auf eine interne Sperrliste für Vermögensverwaltung gesetzt haben.

JPMorgan wehrt sich gegen Vorwürfe

JPMorgan weist die Vorwürfe zurück. Die Bank erklärte, Konten würden nicht aus politischen oder religiösen Gründen geschlossen, sondern ausschließlich bei rechtlichen oder regulatorischen Risiken. Man bedauere die Klage und halte sie für unbegründet.

Der Rechtsstreit ist Teil einer größeren politischen Auseinandersetzung. Trump kritisiert seit Längerem Banken wegen angeblicher Ausgrenzung missliebiger Kunden. Bereits zuvor hatte die Trump Organization ähnliche Vorwürfe gegen Capital One erhoben. Nach seiner Rückkehr ins Präsidentenamt machte Trump das Thema Debanking öffentlich zur Priorität und wies Behörden an, mutmaßlich rechtswidrige Praktiken von Finanzinstituten zu prüfen.

JPMorgan Chase (WKN: 850628)

JPMorgan ist nicht das erste Unternehmen, das von Donald Trump verklagt wird. Zudem ist das Unternehmen eine gefestigte Größe im US-Finanzsystem. Anleger bleiben an Bord.

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