Tesla meldet für das dritte Quartal überraschend starke Verkaufszahlen. Nach einer Phase mit schwächerer Nachfrage und Kursverlusten zeigt das traditionelle Autogeschäft neue Stärke. Der US-Elektroautobauer trotzt damit dem harten Wettbewerb.
Weltweit lieferte Tesla im dritten Quartal 486.532 Fahrzeuge aus. Von Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 463.761 Autos gerechnet. Zwar liegt der Wert unter dem Rekordwert des Vorjahresquartals von 497.099 Einheiten, dennoch sorgt das Ergebnis für Erleichterung.
Der Grund: Im Vorjahr trieben auslaufende staatliche Kaufprämien die Verkäufe künstlich in die Höhe. Nun rechnet die Wall Street wieder mit einem leichten Jahresplus nach zwei Jahren mit Rückgängen. Entsprechend positiv reagieren die Anleger: Die Tesla-Aktie legte zum Handelsstart in New York bereits um rund fünf Prozent zu.
Hohe Ausgaben für die autonome Zukunft
Die Bestseller Model 3 und Model Y tragen das operative Geschäft fast allein. Auf alle anderen Baureihen, darunter der Cybertruck, entfielen lediglich 8.295 Auslieferungen. Die teuren Luxusmodelle Model S und Model X hat Tesla inzwischen aus dem Sortiment genommen.
Gleichzeitig baut Konzernchef Elon Musk das Unternehmen um. Tesla investiert in diesem Jahr mehr als 25 Milliarden Dollar in den Ausbau der Fabriken und das geplante Robotaxi-Geschäft. Um das Wachstum zu finanzieren, sicherte sich das Unternehmen frische Kreditlinien über 30 Milliarden Dollar. Neben dem fahrerlosen Cybercab ohne Lenkrad und Pedale arbeitet Tesla an der Neuauflage des Sportwagens Roadster sowie dem Lkw Semi.
Auch das Energiegeschäft legt zu. Tesla installierte im abgelaufenen Quartal Speichersysteme mit einer Kapazität von 13,7 Gigawattstunden. Vor einem Jahr waren es 12,5 Gigawattstunden.
Aufwind in Europa, Druck in China
Regional zeigt sich ein gespaltenes Bild. In Europa verzeichnete Tesla ein deutliches Comeback: Im August stiegen die Neuzulassungen um 53 Prozent, in den ersten acht Monaten um 66 Prozent. Hohe Benzinpreise treiben dort die Nachfrage nach Stromern.
Während Europa wächst, drückt die harte Konkurrenz in China auf die Stimmung. Im August exportierte Tesla rund 36.000 der 86.000 im Werk Shanghai produzierten Fahrzeuge ins Ausland. Auf dem heimischen chinesischen Markt muss sich Tesla mit Rabatten gegen günstigere lokale Rivalen behaupten.
Tesla schafft die operative Wende im richtigen Moment. Die stabilen Verkäufe von Model 3 und Model Y sichern das Fundament und bringen das nötige Geld ein. Dieses Polster braucht Elon Musk dringend, denn der teure Schwenk hin zu Robotaxis und Künstlicher Intelligenz verlangt dem Konzern finanzielle Höchstleistungen ab. DER AKTIONÄR bleibt bullish für die Tesla-Aktie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
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